Kurt Klinger 1928-2003

24. April 2003, 19:32
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Österreichischer Schriftsteller, Dramaturg und Übersetzer

Wien - Der österreichische Schriftsteller Kurt Klinger ist am Mittwoch im Alter von 75 Jahren in Wien gestorben, teilte die Österreichische Gesellschaft für Literatur, deren Vizepräsident der Verstorbene zwischen 1978 und 1993 war, mit. Der gebürtige Linzer verfasste Lyrik, Prosa und Theaterstücke, und arbeitete auch als Dramaturg, als Theaterkritiker und Übersetzer aus dem Spanischen, Italienischen und Englischen.

Biographie

Kurt Klinger wurde am 11. Juli 1928 in Linz geboren. Nach der Matura war er zunächst als Handelsangestellter tätig, ehe er ab 1953 an der Universität Wien Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie studierte. Nach dem Studium war er von 1955 bis 1977 Dramaturg bzw. Chefdramaturg an Bühnen in Linz, Graz, Düsseldorf, Frankfurt und Zürich. Von 1979 bis 1991 war er Herausgeber und verantwortlicher Chefredakteur der Monatsschrift "Literatur und Kritik", seit 1983 Mitherausgeber der Zeitschrift "Die Rampe".

Erste literarische Erfolge feierte Klinger mit Theaterstücken wie "Odysseus muß wieder reisen" (Uraufführung 1954 in Linz) oder "Das kleine Weltkabarett". Insgesamt umfasst das literarische Werk Klingers über 20 Bücher, darunter Gedichtbände (u.a. "Entwurf einer Festung", "Auf dem Limes", "Zeitsprung"), Essaybände ("Konfrontationen", "Theater und Tabus") und Prosabände ("Die vierte Wand", "Erinnerungen an Gärten"). Von seinen 15 Theaterstücken sind fünf in dem Band "Schauplätze" vereinigt.

Ehrungen

Klingers Übersetzungen der dramatischen Hauptwerke des Spaniers Fernando Arrabal waren maßgeblich daran beteiligt, den revolutionären Schriftsteller im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen.

Klinger erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen. Er war u.a. Träger des Anton Wildgans-Preises und des Georg Trakl Preises. 1988 wurde er mit dem Franz Theodor Csokor-Preis des Österreichischen P.E.N. Clubs ausgezeichnet. (APA)

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