Viel Aufregung um Nichts

25. April 2003, 12:53
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Unüberschaubare Nachfrage in Wien nach unsichtbaren Dessous

Wien - "30 Euro. Für nichts" ist nicht. Und weil dieses Nichts offenbar die textile Begehrlichkeit so vieler Österreicherinnen geweckt hat, ist es nicht mehr zu kriegen.

Der Wäschekonzern Palmers wirbt seit Wochen mit "Invisible", einer Dessouslinie, hauchfein und nahtlos, damit sich unter den dünnen Sommerfähnchen nichts abzeichnet. Und zum Einstieg gibt es Höschen und BH vom 23. bis zum 30. April um wohlfeile 30 Euro. Bloß: Bereits am zweiten Tag, war das Nichts nicht mehr vorhanden.

Nichts da

Die Verkäuferin in der Filiale im 3. Bezirk bestätigt, dass es an Nichts mangelt: "Wir sind ausverkauft", sagt die freundliche Stimme am Telefon. Und auch im Geschäft am Graben geht nichts. Man könne sich auf die Warteliste setzen lassen, heißt es. Wenn Mitte Mai die nächste Lieferung komme, wäre allerdings der reguläre Preis von 57 Euro zu bezahlen.

"Stimmt nicht", macht Claudia Greif von der Palmers-Zentrale in Wiener Neudorf die Frage nach einem möglichen Werbegag zunichte. Wer bei der Bestellung gleich bezahlt, der kriegt auch bei der Nachlieferung das unsichtbare Darunter um den verbilligten Preis.

Mit einem derartigen Run auf Nichts habe man allerdings nicht gerechnet, sagt Greif: "Wir haben die Lieferungen so kalkuliert, dass zum Ende der Aktion kein Ware mehr in den Geschäften übrig bleibt, aber dass am ersten Tag bereits die Wäsche ausverkauft ist, hat uns auch völlig überrascht." (fern, DER STANDARD Prinatausgabe 25.4.2003)

  • "30 Euro. Für nichts" ist nicht.
    foto: invisible/palmers

    "30 Euro. Für nichts" ist nicht.

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