Tod durch Malaria

24. April 2003, 15:29
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3.000 Kinder sterben täglich in Afrika laut UNICEF

Köln - An der Tropenkrankheit Malaria sterben in Afrika nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF jeden Tag 3.000 Kinder. Die Situation habe sich verschlimmert, da die Krankheitserreger in weiten Teilen Afrikas mittlerweile gegen das kostengünstige und meistgenutzte Medikament Chloroquin resistent seien, teilte UNICEF am Donnerstag in Köln mit. An diesem Freitag stellen das Kinderhilfswerk und die Weltgesundheitsorganisation WHO einen umfassenden Bericht zur Malariasituation in Afrika vor.

Rund 90 Prozent der weltweit rund eine Million Malaria-Todesfälle pro Jahr seien in afrikanischen Ländern südlich der Sahara zu verzeichnen, betonte UNICEF. Drei Viertel davon seien Kinder unter fünf Jahren. Das Kinderhilfswerk fordert, bedrohten Kindern und schwangeren Frauen wirksamere Medikamente zur Verfügung zu stellen. Auch die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" forderte zum Afrika-Malaria-Tag am Freitag ein verstärktes Engagement der reichen Länder gegen die Tropenkrankheit.

Hoffnungen setzen die Organisationen in eine neue Generation von Malaria-Mitteln mit dem Wirkstoff Artemisinin. Die Therapie mit dieser Substanz kostet nach Angaben von UNICEF jedoch zwischen einem und drei US-Dollar (0,90 bis 2,70 Euro) pro Behandlung und sei damit für die meisten afrikanischen Patienten unbezahlbar. Chloroquin kostet dagegen nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" nur etwa zehn Cent pro Dosis. Malaria sei heilbar, wenn die Erkrankten frühzeitig medizinisch behandelt würden, betonten die Organisationen. (APA/dpa)

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