Wirbel um FP-Kampagne

25. April 2003, 13:25
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Wiener Grün-Stadträdtin Vassilakou verwundert über mitwirkenden Bekannten, der Aussage gegen Zuwanderer nicht gesagt haben soll

Wien - Im Wiener Landtag stand der Beginn der Debatte zum Ausländerwahlrecht am Donnerstag im Zeichen der FP-Kampagne. Die FPÖ hat unter anderem Broschüren gedruckt, auf der Neo-Österreicher zu sehen sind, die sich gegen die Wiener Regelung aussprechen. Die nicht amtsführende Grün-Stadträtin Maria Vassilakou erkannte auf einem Foto einen Bekannten wieder. Dieser habe auf telefonische Anfrage versichert, dass er die FP-Kampagne nicht unterstützt habe, so Vassilakou. Die FPÖ widersprach dieser Darstellung.

"Seit vielen Jahren bin ich österreichischer Staatsbürger. Wien ist mein Zuhause geworden. Wieso sollen andere Zuwanderer das Wahlrecht geschenkt erhalten?", wird der 32-jährige Mann in dem Folder und auf der Internet-Seite zitiert. Vassilakou verwundert: "Ich kenne ihn, er hat lange für das kommunale Wahlrecht gekämpft." In dem Telefonat habe er heute erzählt, dass es geheißen habe, das Foto sei für eine Kampagne der Stadt Wien, berichtete die Grün-Politikerin. Und an das Zitat konnte sich der Bekannte laut Vassilakou nicht erinnern.

FP-Klubchef Hilmar Kabas reagiert mit einer Kritik an "bestimmten linken Gruppen". Man solle keine Bürger unter Druck setzen, "damit sie von Standpunkten, die sie schriftlich hergegeben haben, abweichen", so Kabas. Der FP-Abgeordnete Herbert Madejski versicherte, dass die Abgebildeten gewusst haben, dass ihr Foto für eine FP-Kampagne verwendet werde - sie hätten auch schriftlich ihr Einverständnis dafür gegeben. Außerdem seien Gespräche mit den Personen geführt worden. (APA)

  • Die FPÖ-Kampagne gegen das Ausländerwahlrecht sorgt kurz nach ihrer Präsentation für Aufregung.
    screenshot: derstandard.at

    Die FPÖ-Kampagne gegen das Ausländerwahlrecht sorgt kurz nach ihrer Präsentation für Aufregung.

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