Ungarn möchte aus österreichischen EU-Erfahrungen lernen

24. April 2003, 15:06
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Ferrero-Waldner: Österreich und Ungarn sind "Verbündete"

Budapest - Ungarn möchte gerne aus den Erfahrungen Österreichs in den ersten Jahren nach dem EU-Beitritt lernen. Dies sagte der ungarische Außenminister Laszlo Kovacs am heutigen Donnerstag in Budapest anlässlich des Besuchs von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V), wie Johannes Peterlik, der Pressesprecher der Außenministerin, der APA mitteilte. Da Österreich ein relativ junges Mitglied der Union sei, gebe es hier mehr zu lernen als bei den alten Mitgliedern, begründete Kovacs.

Übereinstimmungen

Ungarn und Österreich stimmten laut Peterlik in allen wesentlichen Fragen der Zukunft der Europäischen Union und des EU-Konvents überein. So sollten etwa alle Mitglieder gleichberechtigt sein und jedes Land einen eigenen EU-Kommissar haben können. Beide Außenminister sprachen sich außerdem gegen einen ständigen Präsidenten des Europäischen Rates und für eine Weiterführung des Rotationssystems aus. Man sei jedoch offen für verschiedene Rotationssysteme, betonten beide Seiten. Ferrero-Waldner sagte dazu, das bedeute, dass Ungarn und Österreich "Verbündete" seien.

Regionale Kooperationen

Ein weiteres Schwerpunktthema der Gespräche waren die verschiedenen regionalen Kooperationen unter den mitteleuropäischen Nachbarn. Der Ausbau und die Intensivierung der von Österreich ins Leben gerufenen Regionalen Partnerschaft zwischen Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, der Slowakei und Slowenien sei etwa nun "dringender den je", meinten Ferrero-Waldner und Kovacs. Die Partnerschaft soll den EU-Beitrittsländern beim Beitrittsprozess Unterstützung bieten.

Außenministerin Ferrero-Waldner bot dem ungarischen Partner außerdem ein Austauschprogramm für Jungdiplomaten an. Ungarische Diplomaten könnten im Rahmen dessen ein Jahr im österreichischen Außenministerium verbringen und dort Erfahrungen sammeln.(APA)

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