Geflügelpest: Pufferzone zwischen Belgien und Deutschland

25. April 2003, 13:39
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Niederlande töten Millionen Tiere zur Vorsorge- Ein Viertel des niederländischen Geflügelbestandes ist bereits getötet

Den Haag - Im Kampf gegen die Ausbreitung der Geflügelpest töten die Niederlande weitere sechs Millionen Tiere im Grenzgebiet zu Deutschland. Rund 200 Geflügelbetriebe würden innerhalb der nächsten zehn Tage vorsorglich geräumt, teilte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag in Den Haag mit.

Damit werde eine Pufferzone zwischen der Autobahn 67 von Eindhoven nach Venlo und der belgischen und deutschen Grenze geschaffen. Sie grenzt an die Sperrbezirke in Deutschland und Belgien. Aus Deutschland wurde bisher kein Fall der Tierseuche gemeldet.

Seuchenbekämpfung

Ein Übergreifen der Geflügelpest nach Deutschland wäre nach Einschätzung des Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, "eine Katastrophe". Bundesweit wären dann rund 110 Millionen Stück Mastgeflügel von der hochansteckenden Tierseuche bedroht, sagte Sonnleitner der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Den niederländischen Behörden attestierte er eine "sehr konsequente und verantwortungsbewusste Seuchenbekämpfung".

Ein Viertel des niederländischen Geflügelbestandes getötet

Bereits vor einer Woche hatten die niederländischen Behörden in einem kleineren Abschnitt im selben Grenzstreifen vorsorglich Tiere töten lassen. Nun wird die Pufferzone bis nach Eindhoven erheblich erweitert. Dadurch erhöht sich die Zahl der in den Niederlanden getöteten Tiere seit Ausbruch der Seuche auf fast 25 Millionen. Das ist etwa ein Viertel des niederländischen Geflügelbestandes.

Der niederländische Landwirtschaftsminister Cees Veerman wies unterdessen Kritik des Parlaments in Den Haag zurück, er habe zu wenig gegen die Seuche unternommen. Der Verlauf und die Verbreitung des Erregers sei nur sehr schwer vorherzusagen, betonte er. Schutzimpfungen von Geflügel lehnt der Minister ab. In diesem Falle würde die Europäische Kommission ein generelles Exportverbot verhängen.

Intensive Viehhaltung in den Niederlanden

Der Rotterdamer Virologe Ab Osterhaus machte die intensive Viehhaltung in den Niederlanden für die schnelle Ausbreitung der Seuche verantwortlich. Das Virus sei möglicherweise mit Zugvögeln aus Italien in die Niederlande gekommen, sagte er im Fernsehen. Zunächst seien frei laufende Hühner infiziert worden. Da viele Freigehege in nächster Nähe zu großen Geflügelbetrieben lägen, sei der Erreger vermutlich so in die Hallen mit hunderttausenden von Hühnern gekommen. "Wenn ein Huhn infiziert ist, wirkt das wie eine Lunte an einem Pulverfass", sagte der international bekannte Experte. (APA/dpa)

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