Spammer übernehmen Tricks der Hacker

24. April 2003, 14:44
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Die Gesamtmenge der unerwüünschten Mails verdoppele sich alle sechs Monate

Spammer bedienen sich mittlerweile aus der Trickkiste der Hacker und nutzen unter anderem Headerfälschung, HTML, Adressberechnung und Betreffzeilenänderung, um viele der einfachen Filterprogramme zu umgehen und in Firmennetzwerke einzudringen.

Geld für jede E-Mail-Adresse und für jede Antwort

David Jones, kürzlich ernannter Vice President for Global Research bei SurfControl, berichtete bei einem SurfControl Spam-Seminar, dass Spamming ein sehr lukratives Geschäft für wahre "Gangs" geworden sei, die massenhaft Spam-Mails erzeugen. "Die Gangs werden für jede E-Mail-Adresse und für jede Antwort via Website-Formular bezahlt, wobei niedrigere Antwortquoten und einfache Filterprogramme tatsächlich noch mehr Spamming auslösen können", teilte Jones beim Seminar mit.

"Kleine" Mengen

Die Tricks der Spam-Gangs beinhalteten unter anderem auch das Versenden von Spam-Mails in kleineren Mengen, womit sie einer Entdeckung durch die üblichen, seitens der ISPs angewendeten Mechanismen zur Identifizierung von Junk-E-Mails entgingen, fügte er hinzu. Jones war einer von vielen Experten zum Thema Spamming, die im Rahmen des SurfControl Spam-Seminars referierten.

Unternehmen und Spam

Internet-Forscherin Monica Whitty berichtete den Seminarteilnehmern, dass Mitarbeiter von Unternehmen sehr oft mit Spamming konfrontiert würden: 75 Prozent hätten bereits Spam bei der Arbeit erhalten, 49 Prozent der Mitarbeiter nicht jugendfreie E-Mails. Laut Whitty würden es 63 Prozent der Mitarbeiter begrüßen, wenn anstößiges Material aus ihren E-Mails gefiltert würde.

960 US-Dollar gehen jährlich pro Person verloren

Die jährlich durch Spam verloren gegangene Produktivität pro Mitarbeiter werde auf 960 US-Dollar geschätzt, die Gesamtmenge von Spam-Mails verdoppele sich alle sechs Monate, und bis zu 50 Prozent der Spam-Inhalte seien rechtswidrig oder nicht jugendfrei.

Keine Wunderwaffe

Laut Charles Heunemann, Managing Director bei SurfControl, gibt es im Kampf gegen Spam keine Wunderwaffe. "Weltweit werden jeden Tag 10 Milliarden Spam-Mails verschickt, wobei die den Unternehmen entstehenden Kosten in die Höhe schnellen", so Heunemann.

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