Urteile im St.Pöltner Kunstfälschungsprozess

24. April 2003, 14:37
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Schuldsprüche für Verkauf von "Rainer", "Weiler" und "Schmalix"

St.Pölten - Im Prozess um Kunstfälschungen großen Ausmaßes hat es am Landesgericht St. Pölten am Donnerstag Schuldsprüche für die beiden Angeklagten gegeben. Ein 42-Jähriger, der auf diversen Flohmärkten in Ostösterreich zahlreiche Kopien von Werken prominenter Künstler verkauft hatte, wurde wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt, verurteilt. Der als "Kunstschaffender" tätige Komplize kam als Beteiligter mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten davon.

Die Beschuldigten nahmen die Urteile an. Sie sind nicht rechtskräftig, da der Staatsanwalt keine Erklärung abgab. Die falschen "Rainer", "Weiler", "Schmalix" und Co. werden eingezogen und vernichtet.

In der Urteilsbegründung führte Richter Helmut Weichhart aus, dass die Aussagen der Zeugen - insgesamt waren acht Geschädigte geladen - Zweifel an der ursprünglich ermittelten Schadenshöhe von rund 52.000 Euro aufkommen ließen. Tatsächlich dürfte sich der Schaden auf die vom Beklagten anerkannte Hälfte belaufen. Erschwerend für den Erstangeklagten wirkte sich dessen einschlägige Vorstrafe aus. Mildernd gewertet wurden die Unbescholtenheit und das reumütige Geständnis des Zweitbeschuldigten. (APA)

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