"Die Partisanen in Kärnten"

26. April 2003, 17:14
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Wanderausstellung in Klagenfurt eröffnet

Klagenfurt - "Die Partisanen in Kärnten" nennt sich eine vom Kärntner Landesarchiv erarbeitete Wanderausstellung, die am Donnerstag in Klagenfurt eröffnet wurde. Die Schau ist im Wesentlichen eine Replik auf die vor einem Jahr im ORF ausgestrahlte Dokumentation "Die Kärntner Partisanen", die sowohl von Kärntner Politikern als auch Historikern wegen ihrer "einseitigen Darstellung" heftig kritisiert worden war.

Landeshauptmann Jörg Haider (F) erinnerte bei der Ausstellungseröffnung im Klagenfurter Europagymnasium daran, dass das Land Kärnten mit seiner Klage wegen der umstrittenen TV-Dokumentation beim Bundeskommunikationssenat Recht bekommen habe. Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit, die jüngste Vergangenheit nach objektiven Kriterien wissenschaftlich zu beleuchten und lobte in diesem Zusammenhang Slowenien. Es gehöre nämlich zum "Selbstverständnis" dieser jungen Republik, dass sie ihre Geschichte nach 1945, vor allem den Terror der Kommunisten gegenüber der Zivilbevölkerung, aufgearbeitet habe.

"Sicher nicht ungeteilte Zustimmung"

Der geschäftsführende Kärntner Landesschulratspräsident Heiner Zechmann meinte in seiner Ansprache vor Schülern der höheren Klassen des Gymnasiums, dass die Ausstellung "Die Partisanen in Kärnten" "sicher nicht ungeteilte Zustimmung" erhalten werde, da immerhin der "Mythos" Partisanen beleuchtet werde. Die Historiker hätten allerdings keine einzige Quelle gefunden, laut der die Partisanen "für Österreich oder für ein demokratisches Österreich kämpften", sagte Zechmann.

Auch der Leiter des Kärntner Landesarchivs und Mitgestalter der Ausstellung, Wilhelm Wadl, wies darauf hin, dass die Partisanen zwar einen begrenzten militärischen Beitrag zur Beseitigung der NS-Gewaltherrschaft geleistet hätten. In ihren politischen Zielen für die Zeit danach hätten sich die Partisanen-Funktionäre aber "nie als österreichische Befreiungsbewegung, sondern als Teil der jugoslawischen" verstanden. Das Ziel sei die Schaffung eines kommunistischen Großjugoslawien gewesen. Nach der Machtergreifung der Partisanen seien in Slowenien mehr als 100.000 Menschen getötet worden, aus Kärnten seien rund 100 Zivilisten verschleppt und ermordet worden.

Die Ausstellung "Die Partisanen in Kärnten", an der auch der langjährige Landesarchiv-Direktor und Historiker Alfred Ogris mitgearbeitet hat, wird in einer Reihe von Schulen des Landes gezeigt werden. Dazu wurde auch ein Katalog aufgelegt, der 64 Seiten mit Fotos und Abbildungen sowie Grafiken und Zeittafeln umfasst. (APA)

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