Wismut stellt neuen Langlebigkeits-Rekord auf

27. April 2003, 16:00
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Errechnete Halbwertszeit beträgt 46 Trillionen Jahre

Orsay/Wien - Einen neuen Rekord in Sachen Langlebigkeit eines radioaktiven Alphastrahlers haben Physiker am Institut d'Astrophysique Spatiale in Orsay (Frankreich) entdeckt. Die Atomkerne des Schwermetalls Wismut zerfallen, wie die Wissenschafter experimentell nachweisen konnten, langsam, aber sicher, zu Thallium. Die Halbwertszeit beträgt 46.000.000.000.000.000.000 - in Worten 46 Trillionen Jahre.

Schon bisher vermuteten Physiker, dass Wismut-209 kein völlig stabiles Isotop ist und dass es langsam aber sicher zerfällt. In einer komplizierten Versuchsanlage mit mehreren Detektoren haben die französischen Forscher nun die genaue Zerfallsrate ermittelt. Sie verwendeten Wismut-Proben von 31 bzw. 62 Gramm und zählten in fünf Tagen gerade einmal 128 Ereignisse von Alpha-Strahlung. Hochgerechnet auf die Anzahl der Atome in den Proben kamen die Wissenschafter auf die geradezu schon fantastisch anmutende Zahl der Halbwertszeit.

Dies ist eine so genannte Partikel-Strahlung, wobei jeder Partikel aus zwei Neutronen und zwei Protonen - also eigentlich Heliumkernen - besteht. Die Reichweite von Alpha-Strahlen ist gering, sie kann schon mit einem Blatt Papier abgeschirmt werden. Unter der Halbwertszeit versteht die Wissenschaft jenen Zeitraum, in dem die Hälfte einer strahlenden Substanz zerfallen ist. (APA)

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