Spammer schlagen zurück

24. April 2003, 13:50
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E-Mail-Massenaussendern gehen gerichtlich gegen Anti-Spam-Organisationen vor - sollen ihre Tätigkeit einstellen

Eine Gruppe von E-Mail-Massenaussendern aus Florida will vor Gericht gegen die Beschränkungen von Spam vorgehen. Wie der britische IT-Dienst The Register berichtet, will die neugegründete Gruppe EmarketerAmerica.org mit einer Klage gegen Anti-Spam-Gruppen Blockaden durch verschiedene Organisationen aus dem Weg räumen. Dazu fordern die Rechtsvertreter von EmarketersAmerica.org zusätzlich 75 Mio. Dollar Schadenersatz.

Schwarzen Listen

EmarketersAmerica.org gilt als eine Tarnung für einen der aktivsten Spammer in den USA, Eddy Marin. Die URL der Gruppe http://www.emarketersamerica.org ist zwar bereits vergeben, zurzeit ist allerdings keine Webseite aktiv. Die Klage beschuldigt Anti-Spam-Organisationen der üblen Nachrede, der Verbreitung falscher Tatsachen und der Behinderung der Geschäftstätigkeit, indem sie die IP-Adressen der Spammer auf schwarzen Listen eintrugen. Unter den beklagten Organisationen befinden sich auch das britische Spamhaus Project.

Kapazitäten der Anti-Spam-Organisationen binden

Nach Einschätzung von Steve Linford von The Spamhaus Project soll das Gerichtsverfahren nur die Kapazitäten der Anti-Spam-Organisationen binden. Die Klage kommt kurz vor einer Konferenz und Anhörung der Federal Trade Commission der USA, die grundlegend für die weitere US-Gesetzgebung zu Spam sein könnte. Linford geht davon, dass beinahe 90 Prozent aller Spam-Mails weltweit von nur 180 Personen in Umlauf gebracht werden. Viele davon sind in Florida beheimatet, da dieser US-Bundesstaat nur über schwache Anti-Spam-Gesetze verfügt. Linford sieht die Klage von EmarketerAmerica.org als eine Chance. Mit einer Gegenklage könnten die Vertreter der Anti-Spam-Organisationen Einsicht in die Unterlagen von EmarketerAmerica.org erhalten.(pte)

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