Bhutan: Maoisten drohen Untergrundkrieg gegen König an

24. April 2003, 14:30
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Monarch "verrät Interessen des Landes an Indien"

Kathmandu - Maoisten im kleinen Himalayastaat Bhutan haben einen Untergrundkrieg gegen König Jigme Singye Wangchuk angedroht. Geplant sei ein langfristiger "Volkskrieg", hieß es in einer Erklärung, die am Donnerstag in der nepalesischen Zeitung "Nepal Samacharpatra" veröffentlicht wurde und die von bhutanesischen Maoisten stammen soll. Im buddhistischen Bhutan leben knapp 700.000 Menschen. Parteien gibt es nicht, die Macht liegt zum größten Teil beim König.

Vorbild Nepal

Die Rebellen wollen die Methoden der nepalesischen Maoisten anwenden, die seit 1996 gegen die Monarchie in Nepal gekämpft hatten. Sie überfielen Polizeiposten, erzwangen "Streiks" mit Gewalt und erpressten Schutzgelder. Fast 8000 Menschen kamen ums Leben. Seit Jänner gilt ein Waffenstillstand zwischen Armee und Maoisten in Nepal.

Die bhutanesischen Maoisten warfen dem König vor, die Interessen des Landes an Indien zu verraten. Sie befürchteten, das kleine Bhutan könne, ähnlich wie das frühere Königreich Sikkim 1975, zu einem indischen Teilstaat werden. Zugleich warfen sie dem König vor, die nepalesischstämmige Hindu-Minderheit zu Flüchtlingen gemacht zu haben.(APA/dpa)

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