Perfekte Mischung in Salzburg

24. April 2003, 17:58
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Ein neues Stadion, eine Siegesserie und ein Traum: der zweite Platz und damit die Möglichkeit zur Qualifikation in der Champions League

Wien - Mit einem perfekten Mix aus Alt und Jung und einem sensationellen Erfolgslauf hat sich der SV Salzburg in der Fußball-T-Mobile-Bundesliga zum "Team der Stunde" gemausert. Sieben Pflichtspiele in Serie (fünf Mal Meisterschaft, zwei Mal Cup) hat die Truppe von Coach Lars Söndergaard bereits gewonnen, das bedeutet die Teilnahme am Cup-Halbfinale, Rang vier in der Tabelle und nun sogar die Chance auf die Champions-League. Vom zweitplatzierten GAK trennen die Mozartstädter nach dem 2:1-Sieg am Mittwoch in Ried sechs Spiele vor Schluss nur mehr drei Punkte.

Harmonierende Mischung

Gründe für den bemerkenwerten Vormarsch der Salzburger, die Anfang November nach 17 Runden noch punktgleich mit der Admira das Tabellenende geschmückt hatten, gibt es viele. Erfolgstrainer Söndergaard, dessen Mannschaft zuletzt am 1. März bei der Wiener Austria (0:1) geschlagen wurde, hat eine bunte und blendend harmonierende Mischung zusammengestellt, die sich aus den groß aufspielenden Oldies Szewczyk (38 Jahre), Winklhofer (32), Laessig (34), Pfeifenberger (36) und ÖFB-Teamkicker Kirchler (32) sowie den jungen Wilden wie Eder (22), Schriebl (24), Andreas Ibertsberger (20), Rajic (18) oder Hassler (22) zusammensetzt.

Vertragsverlängerung mit Söndergaard wahrscheinlich

"Mit diesem Lauf ist sicher alles möglich", meinte sogar der in guten und schlechten Zeiten stets die Ruhe bewahrende Söndergaard. Der Vertrag des Dänen läuft zwar Ende der Saison aus, bereits am Samstag im Heimspiel gegen die Admira im Schmuckkästchen Wals-Siezenheim soll es aber zu Gesprächen mit Klub-Boss Rudolf Quehenberger über eine Verlängerung kommen. Dabei soll sicher gestellt werden, dass das erfolgreiche Team abseits des Rasens mit Söndergaard, Sportdirektor Didi Constantini sowie Co-Trainer Srecko Kurbasa auch kommende Saison an einem Strang zieht.

Erinnerungen an glorreiche Zeiten

Auch in ihrem neuen Stadion und dem darin verlegten Kunstrasen scheinen sich die Söndergaard-Schützlinge pudelwohl zu fühlen. In vier Spielen sah das wieder begeisterte Publikum, das auch in Ried für einen randvollen Gäste-Sektor sorgte, zwei Siege und zwei Remis, was Thomas Eder an glorreiche Tage erinnert. "Die Euphorie der Fans ist wie in den erfolgreichen Zeiten in den 90er-Jahren", meinte der Mittelfeldspieler, der bereits drei Spiele in Folge je ein Mal ins Schwarze getroffen hat.

Gestärktes Selbstvertrauen

Eine Serie, die stellvertretend für das Selbstvertrauen der Youngsters steht. "Mit den Erfolgen im Rücken trau ich mir einfach mehr zu", gesteht auch Andreas Ibertsberger, der gemeinsam mit Szewczyk, Jank und Winklhofer die in Hochform agierende Viererkette bildet. Goalie Safar, der erst vier Gegentreffer in zehn Frühjahrs-Partien zugelassen hat, wurde zum Publikumsliebling der Anhänger, könnte Salzburg allerdings mit Saisonende nach auslaufendem Vertrag verlassen.

Nächster Gegner: Admira

Die nahe Zukunft heißt aber Admira. Und auch die Südstädter kommen nach ihrem 4:0-Kantersieg über den FC Kärnten voller Selbstvertrauen nach Salzburg. Coach Söndergaard hat vor dem "Pflichtsieg" gegen den Tabellen-Neunten Personalsorgen, schließlich sind Eder und Kirchler gesperrt, zudem ist Schriebl fraglich. Sollten die Salzburger aber auch diese Hürde nehmen, wäre es ein weiterer Schritt Richtung internationales Geschäft. Und die Fans dürften weiter von einem Comeback in der Champions-League träumen, in der die Salzburger 1994/1995 vertreten waren.(APA)

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    Roland Kirchler und Heimo Pfeifenberger erleben in Salzburg ihren x-ten Frühling.

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