Berlusconis Mäzen-Ambitionen

24. April 2003, 12:43
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Verhandlungen um Kauf der Antikensammlung der Familie Torlonia

Rom - Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi, zugleich mit einem geschätzten Vermögen von fast sechs Milliarden Euro reichster Mann des Landes, will sich als nationaler Kunstmäzen profilieren.

Wie italienische Medien am Mittwoch berichteten, will er eine der wertvollsten privaten Kunstsammlungen - die 620 Skulpturen aus dem römischen Zeitalter im Besitz der römischen Adelsfamilie Torlonia - um kolportierte 125 Millionen Euro kaufen und sie dem Staat vermachen.

Aus Geldgründen unsichtbar

Kontakte mit den Besitzern der Sammlung, Giulio und Alessandro Torlonia, wurden aufgenommen, um die Sammlung zu erwerben, die seit 30 Jahren der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich war. Aus Geldgründen könne das Fürstengeschlecht Torlonia das Museum nicht offen halten, die Statuen sind im geschlossenen Museum Torlonia wowie in den beiden Palästen der Familien im Zentrum der Stadt aufbewahrt.

Das Museum war 1859 von der Bankiersfamilie gegründet worden. In den 50-er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die 77 Säle des Museums in 93 Apartements umgewandelt. Die Sammlung wurde in die unterirdischen Abstellräume des Palasts verwahrt. Daraufhin verabschiedete die Regierung ein Dekret, mit dem man der Familie Torlonia verbot, die Kunstwerke der Sammlung einzeln zu verkaufen und sie ins Ausland zu bringen.

Zwischen 1997 und 2000 hatte die italienische Regierung vergebens versucht, die Sammlung zu kaufen, sie konnte sich mit den Erben der Familie über den Preis nicht einigen. (APA)

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