Marihuana-Streit: Kalifornische Stadt verklagt US-Justizminister

24. April 2003, 12:10
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Streit um den Anbau von Marihuana für medizinische Zwecke spitzt sich weiter zu

Santa Cruz - Der Streit um den Anbau von Marihuana für medizinische Zwecke zwischen dem US-Bundesstaat Kalifornien und der Regierung in Washington spitzt sich weiter zu. Am Mittwoch reichte die Stadt Santa Cruz vor einem Bundesgericht in Kalifornien Klage gegen US-Justizminister John Ashcroft und die Behörde zur Drogenbekämpfung (DEA) ein. Damit soll erreicht werden, dass sich die Drogenfahnder von landwirtschaftlichen Betrieben, wo Marihuana für medizinische Zwecke angebaut wird, fern halten.

Im vergangenen Herbst hatten DEA-Beamte eine kleine Farm bei Santa Cruz durchsucht, Pflanzen beschlagnahmt und die Anbauer festgenommen. Laut Klageschrift sei dadurch die Beschaffung der Droge als Medizin für schwer kranke Patienten schwieriger geworden, berichteten US-Medien. Die liberale Bürgermeisterin von Santa Cruz rechtfertigte die Klage damit, dass die Kommune den Bedürftigen und Kranken helfen müsse.

Nach Bundesgesetzen ist Marihuana eine illegale Droge, deren Anbau verboten ist. Zahlreiche Bundesstaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Alaska und Hawaii, machen jedoch für medizinische Zwecke eine Ausnahme. Mitte der 90er Jahre stimmten die Wähler in Kalifornien einem Gesetzesvorschlag zur Legalisierung von Marihuana als Medikament zu. Verschärfte Maßnahmen der Regierung von Präsident George W. Bush zur Drogenbekämpfung haben vielerorts zu bitteren Auseinandersetzungen zwischen Kommunen und Bundesbeamten geführt. (APA/dpa)

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