Klaus zu Prager Journalisten: Plane keine Geste zu Benes-Dekreten

24. April 2003, 12:07
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Tschechischer Präsident: "Angelegenheit auf Ebene der Präsidenten gelöst"

Prag/Wien - Der tschechische Präsident Vaclav Klaus plant keine weitere "Geste" in Bezug auf die Benes-Dekrete. Dies sagte der Präsident während seines Wien-Besuches gegenüber tschechischen Journalisten, wie tschechische Medien heute, Donnerstag, berichten. "Auf der Ebene der Präsidenten ist das gelöst", sagte Klaus nach einem Gespräch mit Bundespräsident Thomas Klestil am Mittwoch. "Der Präsident (Klestil) weiß, dass ich eine klare Geste gemacht habe."

Klaus bereit über Geschichte zu reden, aber keine Verhandlungen

Mit dieser "klaren Geste" meint Klaus seine Erklärung von Mitte März zur Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Zum Anlass des 64. Jahrestages des Nazi-Einmarsches in die Tschechoslowakei (15. März 1939) hatte Klaus die "Nachkriegs-Abschiebung" als "aus heutiger Sicht unannehmbare Taten" bezeichnet. Klestil verstehe gut, dass es mit dieser Geste getan sei, sagte Klaus. Klestil verstehe auch, "dass man schwer voraussetzen kann, dass ich das mit meiner Geste aufrolle."

Klaus sei zwar bereit über die Geschichte zu reden, nicht aber zu verhandeln. Außerdem, so der Staatspräsident, habe Österreich während des Zweiten Weltkriegs nicht existiert. Daher sei ihm nicht klar, an welche "Entität" er eine mögliche spezielle Geste adressieren sollte.(APA)

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