Spam-Bekämpfer brechen Versprechen

24. April 2003, 13:29
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Hilfreiche User müssen plötzlich für Spamnet zahlen

Mit dem Erscheinen der Version 1.0 wird der P2P-Spamfilter "Spamnet" kostenpflichtig. Damit bricht der Entwickler Cloudmark ein vom Start weg gegebenes Versprechen. Von der ersten bis zur letzten Beta-Version hatte es stets geheißen, Enduser müssten für das Plugin (derzeit für Outlook 2000 und XP erhältlich) nicht bezahlen, nur die Server Version würde verkauft werden. Für den Erfolg von Spamnet und die Server-Version Authority ist eine große Userbasis entscheidend, da das Tool jene Mails ausfiltert, die andere User bereits als Spam markiert haben.

Über 400.000 User

Mit der Aussicht auf einen wirkungsvollen, kostenlosen Spamfilter konnte Cloudmark über 400.000 User gewinnen. Dadurch stieg auch die Treffsicherheit des Anti-Spam-Tools bis vor einigen Wochen kontinuierlich an, erst in letzter Zeit hatte es wieder False Positives und weniger erfolgreiche Filterungen gegeben. Jedes Mal wenn ein "Spamfighter" (so nennt Cloudmark die User) die "Block"-Funktion anklickt, um ein unerwünschtes Werbe-E-Mail aus dem Posteingang zu verschieben, werden alle anderen User über die einzigartigen Merkmale des Spam-Mails informiert. Die Computer der anderen User verschieben, wenn mehrere User ein bestimmtes Mail als Spam identifiziert haben, die gleiche Nachricht bereits automatisch. Auf diese Weise werden viele Unzulänglichkeiten herkömmlicher Filter vermieden. Das Unternehmen hatte stets behauptet, seine Aufwendungen über den Vertrieb der Server-Version "Authority" der Software finanzieren zu wollen; auch diese ist auf die Mitarbeit vieler Spamfighter angewiesen.

Fünf Dollar

Nun sollen aber nach einer 30-tägigen Testperiode monatlich fünf Dollar eingehoben werden, die bisherigen Beta-Tester erhalten einen Dollar Rabatt. Es bleibt abzuwarten, ob sich Cloudmark damit nicht um die kostenlose Mitarbeit vieler User in aller Welt und damit die Grundlage für das Funktionieren seiner Softwareentwicklungen bringt. In den User-Foren auf der Website wird schon für Alternativen geworben, etwa SpamAssassin in Zusammenarbeit mit Pyzor und DCC - schließlich ist unklar, wie lange Cloudmark das aktuelle Versprechen, die Beta-Versionen würden kostenlos weiter funktionieren, zu halten gedenkt. Die Spam-Industrie hat jedenfalls schon jetzt etwas zu feiern. (pte)

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