London hält UNO-Inspektoren bei ABC-Waffensuche nicht für erforderlich

24. April 2003, 11:56
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Britscher Verteidigunsminister Hoon: Auch Land außerhalb der Kriegskoalition könne Überprüfung durchführen

London - Großbritannien hält den Einsatz von UNO-Inspektoren bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak nicht für zwingend notwendig. Für eine unabhängige Überprüfung komme die UNO zwar durchaus in Frage, sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon am Donnerstag dem Rundfunksender BBC. Es sei aber auch vorstellbar, ein Land mit dieser Aufgabe zu betrauen, das nicht Teil der Kriegskoalition sei. Der britische Premierminister Tony Blair hatte am Mittwoch betont, dass die Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak von unabhängiger Seite überprüft werden müsse. Er ließ dabei aber offen, wer diese Aufgabe übernehmen soll.

Blix hatte Hilfe angeboten

UNO-Chefinspektor Hans Blix hatte Washington und London vor wenigen Tagen die Hilfe der Rüstungskontrolleure bei der Bewertung des angeblichen irakischen Massenvernichtungsprogrammes angeboten. Der Staatssekretär im US-Außenministerium, Marc Grossman, hatte dagegen gesagt, es sei "wenig realistisch", dass die UNO-Kontrollore wieder in den Irak einreisen könnten.

Die USA hatten in der vergangenen Woche die Entsendung von 1000 eigenen Spezialisten angekündigt, die im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen sollen. Die USA und Großbritannien hatten ihren Krieg gegen den Irak vor allem mit der angeblichen Existenz von Massenvernichtungswaffen in dem Land begründet. Bisher wurden jedoch noch keine derartigen Waffen in Irak entdeckt. (APA/AFP)

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    Großbritanniens Verteidigungsminister Hoon hält den Einsatz von UNO-Inspektoren bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak nicht zwingend für notwendig.

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