Handy-Tarife im Vergleich

24. April 2003, 10:59
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Konsumet: Trotz diverser Sonderangebote sind Handytarife gegenüber Festnetzgebühren immer noch teurer

Nachdem Neukunden für mobiles Telefonieren langsam knapp werden, locken die Anbieter nun die Umstiegswilligen. Novum dabei ist, dass nicht nur "One" und "tele.ring" auf die Kundschaft der beiden Handy-Pioniere "Mobilkom" und "T-Mobile" zielen, auch der Mobilfunk-Newcomer "Tele2Mobil" mischt jetzt bei der Jagd auf Wechselwähler mit. Allerdings offeriert der neue Anbieter nur eine Prepaid-Variante. In der Mai-Ausgabe des Testmagazins "Konsument" gibt es einen aktuellen Vergleich aller Handy-Provider inklusive Spezialtarife am heimischen Markt. Fazit: Bei Gesprächen innerhalb des eigenen Netzes sind einige Tarife überaus günstig. Sobald man sich jedoch in ein anderes Mobilnetz einwählt, wird es deutlich teurer. Unschlagbar günstig bleibt das Festnetz hingegen bei Gesprächen zu einem anderen Festnetzanschluss. Es gibt fast keinen Handytarif, der bei Festnetz-Gesprächen eine ernsthafte Konkurrenz darstellt.

Wann, wie lange und in welche Netze wird normalerweise telefoniert?

Aus einer Befragung von 1500 Personen geht hervor, dass 57 Prozent niemals die Angebote der einzelnen Handy-Provider vergleichen. Dies ist jedoch Voraussetzung, um echte Kostenvorteile herauszuholen. Jene, die beim mobilen Telefonieren sparen wollen, empfiehlt "Konsument" das eigene Telefonierverhalten zu beobachten. Dabei ist zu berücksichtigen: Wann, wie lange und in welche Netze wird normalerweise telefoniert? Wie hoch ist der monatliche SMS-Versand? Ein aussagekräftiger Vergleich und Providerwechsel ist nur dann sinnvoll, wenn das Telefonierverhalten über mehrere Monate hinweg eine gewisse Kontinuität aufweist. Denn ein Betreiberwechsel ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Meist sind die Handys für die Konkurrenz gesperrt (SIM-locked). Das Entsperren kostet zwischen 18 und 40 Euro, für die Freischaltung der neuen Rufnummer werden meist 29 bis 40 Euro in Rechnung gestellt.

Prepaid

Die grundsätzliche Entscheidung lautet: Wertkarten-Handys ohne laufende Fixkosten, aber mit hohen Gesprächsgebühren – oder Vertragshandys mit monatlicher Grundgebühr? Für die Prepaid-Variante – also die im Vorhinein bezahlte Wertkarte – gibt es zwei konkrete Zielgruppen: Kinder und Jugendliche mit beschränktem monatlichen Telefonbudget sowie ältere Personen, die das Handy für den Notfall mitführen. Prinzipiell sind Wertkarten-Handys immer dann interessant, wenn man erreichbar sein möchte, aber selbst wenig telefoniert. Um die Rufnummer aktiv zu halten, genügt es einmal im Jahr für 20 Euro eine Wertkarte zu kaufen.

Das Angebot von "Tele2Mobil" ist ebenfalls eine Prepaid-Variante, allerdings ohne Wertkarte. Das Guthaben wird durch einen Anruf bei der Servicenummer aufgebucht, die Rechnung erhält der Kunde monatlich. Anders als bei den Wertkarten-Handys müssen die persönlichen Daten bekannt gegeben werden.

Sobald die Gesamtdauer der Gespräche eine Stunde pro Monat übersteigt

Sobald die Gesamtdauer der Gespräche eine Stunde pro Monat übersteigt, empfiehlt "Konsument" ein Vertragshandy. Vieltelefonierer mit mehr als eineinhalb Stunden pro Monat sind bereits Kandidaten für einen Business-Tarif. Die relativ hohe Grundgebühr wird hier durch besonders niedrige Gesprächsgebühren ausgeglichen.

Partnerkarten

Wer sich über hohe Grundgebühren ärgert, hat auch die Möglichkeit auf Partnerkarten umzusteigen. "One", "T-Mobile" und "tele.ring" bieten sie für zwei bis vier Personen an. Die Gesprächsgebühren entsprechen im Großen und Ganzen den herkömmlichen Tarifen, dafür gibt es eine reduzierte Grundgebühr. Doch Vorsicht: Nachdem es für alle gemeinsam angemeldeten Handys nur eine Sammelrechnung gibt, setzt diese Variante ein gewisses Vertrauen voraus. Schließlich gibt es dieses Partner-Angebot nicht nur für Firmen und Verwandte, sondern für jede x-beliebige Personen-Kombination.

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