Prag will reden, aber nicht verhandeln

24. April 2003, 19:17
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Aufregung um Aussagen des tschechischen Präsidenten zur Vertreibung der Sudetendeutschen

Prag/Wien - Der Sprecher des tschechischen Präsidenten, Tomas Klvana, dementierte am Donnerstag Medienberichte, wonach Václav Klaus bei seinem Wien-Besuch am Vortag gesagt habe, er sei bereit, über die "Aussiedelung der Deutschen nach dem Weltkrieg" zu "diskutieren".

Klvana betonte: "Der Präsident hat wiederholt gesagt, dass sich an seiner Position zu dieser Problematik nichts ändert." Václav Klaus habe sich zu dieser Frage zuletzt Mitte März aus Anlass des 64. Jahrestages des Einmarsches der Hitler-Truppen in die Tschechoslowakei am 15. März 1939 geäußert.

Damals hatte der tschechische Präsident die "Nachkriegs-Abschiebung" als "aus heutiger Sicht unannehmbare Taten" bezeichnet. Klaus sei bereit, über die Geschichte zu reden, nicht aber zu verhandeln, so Klvana.

In Wien hatte Klaus am Mittwoch laut Tonbandaufnahmen in deutscher Sprache erklärt: "Wir sind uns bewusst, was damals geschehen ist, aber wir müssen in die Zukunft gucken, aber wir sind bereit, diese Fragen zu diskutieren." (APA, red)

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