Bruder Baum im Blickpunkt

24. April 2003, 09:07
posten

Die vierte Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa findet in Österreich statt

Wien - Sonst mehr oder weniger unbeachtet steht Bruder Baum ab kommendem Montag im Blickpunkt der Aufmerksamkeit: 44 Ressortchefs, ein EU-Vertreter sowie zahlreiche NGOs werden sich bei der vierten Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE) ein Stelldichein in der Wiener Hofburg geben. Als Gastgeber fungiert Forstminister Josef Pröll (V), da Österreich derzeit gemeinsam mit Polen den Vorsitz im MCPFE-Lenkungsausschuss innehat.

Als symbolischer Auftakt soll am 28. April im Fürstenhof des Museumsquartiers ein "Europäischer Wald" gepflanzt werden. Dabei werden die Politiker von Kindern des Gymnasiums Rahlgasse zu den 45 Bäumen geführt, die dann ihrerseits die Patenschaften an die Schüler übergeben.

Schlüsselthemen

Danach wird es für die Forstminister "ernst". Nach den Eröffnungsreden von Pröll, seinem polnischen Amtskollegen Czeslaw Sleziak und EU-Kommissar Franz Fischler sollen unter dem Motto Living Forest Summit fünf Schlüsselthemen diskutiert werden: Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Forstwirtschaft, biologische Vielfalt der europäischen Forste, Sektor übergreifende Kooperation, nationale Waldprogramme, Wald und Klimaschutz sowie kulturelle Aspekte.

Am Ende der Beratungen sollen entsprechende Beschlüsse sowie eine "Wiener Deklaration" stehen. Darüber werden die Minister der vier Mitglieder des Lenkungsausschusses - Österreich, Polen, Portugal und Norwegen - am Dienstag bei einer Pressekonferenz Auskunft geben. Der dritte Tag des Treffens ist für Exkursionen reserviert - die nach Schönau und Eckartsau in die Donau-Auen führen.

Hintergrund

Im Anschluss an die Veranstaltung in Wien sollen die getroffenen Entscheidungen bei Experten-Meetings detailliert ausgearbeitet werden. Schauplatz der nächsten Ministerkonferenz wird in etwa fünf Jahren turnusgemäß Polen sein.

Die 1990 ins Leben gerufene MCPFE-Initiative gilt mit ihrer Einbindung von NGOs mit ökologischer und sozialer Ausrichtung, Waldbesitzerverbänden, Vertretern der Forstwirtschaft sowie zwischenstaatlichen Organisationen als europäisches Vorzeigeprojekt. Die Erkenntnis, dass die Gefahren für das unersetzliche Ökosystem Wald keine nationalen oder ideologischen Grenzen kennen, hat schon früh Brücken zwischen Ost und West geschlagen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.