NASA-Shuttles bitte warten

24. April 2003, 08:34
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Wiederaufnahme der bemannten Flüge frühestens nächstes Jahr - Dittemore zurückgetreten

Washington - Die US-Raumfahrtbehörde NASA will ihre bemannten Shuttle-Flüge frühestens im nächsten Frühjahr wieder aufnehmen. Er hoffe, dass die Flüge ein Jahr nach dem Columbia-Unglück vom 1. Februar wieder aufgenommen werden könnten, sagte der stellvertretende Chef des NASA-Shuttleprogramms, Michael Kostelnik am Mittwoch. Zunächst müsse die Untersuchung der Absturzursache abgewartet werden, dann müssten daraus resultierende Vorschläge umgesetzt werden.

Kostelniks Schätzung zur Wiederaufnahme der Shuttle-Flüge ist zurückhaltender als vorangegangene Äußerungen von NASA-Chef Sean O'Keefe. Dieser hatte in der vergangenen Woche gesagt, die bemannten Raumfähren könnten eventuell bereits im Herbst wieder starten.

Ursache

Sieben Astronauten an Bord der Columbia waren ums Leben gekommen, als die Raumfähre am 1. Februar im Landeanflug auseinanderbrach und abstürzte. Die mit der Aufklärung des Absturzes der US-Raumfähre "Columbia" beauftragten Ermittler glauben jetzt, die Ursache für das Unglück gefunden zu haben: Eine Dichtung an der linken Tragfläche wurde demnach während des Starts von einem Stück Isolierschaum getroffen und hat sich am nächsten Tag gelöst. Der Spalt war so groß, dass während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre heißes Gas in die Raumfähre eindringen konnte, was die "Columbia" schließlich im Flug zerriss.

Es sei zwar immer noch zu früh, um zu sagen, wie das Unglück genau verlaufen sei, sagte ein anderes Mitglied der Kommission. Aber die Hinweise deuteten doch deutlich in eine Richtung. Der Abschlussbericht wird erst Mitte des Sommers erwartet.

Dittemore zurückgetreten

Der für das Raumfährenprogramm der US-Weltraumbehörde NASA zuständige Manager Ron Dittemore hat am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt. Er werde die NASA mit Abschluss der Ermittlungen zum Absturz der Raumfähre "Columbia" verlassen, sobald ein neuer Leiter des Programms ernannt worden und eine geordnete Übergabe möglich sei, sagte er in Houston.

Dittemore stand dem Raumfährenprogramm seit mehr als vier Jahren vor, bei der NASA arbeitet er seit 26 Jahren. Dittemore erklärte, er habe bereits vor dem Unglück am 1. Februar beschlossen, sich im Frühjahr zurückzuziehen. Angesichts der Tragödie habe seine persönliche Lebensplanung dann jedoch zurückstehen müssen. Zeitungsberichten zufolge will Dittemore anschließend in der Wirtschaft arbeiten. (APA/AP)

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