Ashdown sichert Unterstützung bei Jagd nach serbischen Kriminellen zu

24. April 2003, 16:46
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Maßnahmen sollen ein mögliches Untertauchen mehrerer Tausend serbischer Untersuchungshäftlinge in Bosnien verhindern

Sarajewo - Der Leiter der internationalen Protektoratsbehörde in Bosnien-Herzegowina, Paddy Ashdown, hat Mittwoch den bosnischen Sicherheitsbehörden die volle Unterstützung seines Amtes bei der Jagd nach mutmaßlichen Kriminellen zugesagt, die in den nächsten Tag aus serbischen Gefängnissen entlassen werden. Diese sind nach der Ermordung des serbischen Premiers Zoran Djindjic am 12. März verhaftet worden und könnten möglicherweise auf dem Gebiet der Republika Srpska Unterschlupf suchen.

Einen Tag nach der Aufhebung des Ausnahmezustandes durch die serbische Präsidentin Natasa Micic traf Ashdown am Mittwochnachmittag in Sarajewo mit dem Sicherheitsminister des Nachkriegslandes sowie den Innenministern der beiden bosnischen Entitäten - der Republika Srpska und der Bosniakisch-kroatischen Föderation - zu Gesprächen über Maßnahmen zusammen, mit denen ein mögliches Untertauchen mehrerer Tausend serbischer Untersuchungshäftlinge in Bosnien verhindern werden soll.

Listen der Behörden

"Es ist sehr gut möglich, dass die Entlassenen geschäftliche oder verwandtschaftliche Beziehungen nach Bosnien unterhalten", sagte Ashdown. "Deshalb werden wir noch in den nächsten 24 Stunden von den serbischen Behörden Listen erhalten, die entsprechende Informationen enthalten."

Keine Angaben über Verbleib "Legijas"

Ashdown wollte keine Angaben über den möglichen Verbleib des mutmaßlichen Drahtziehers hinter dem Mord an Djindjic, den Ex-Chef der gefürchteten Roten Barette, Miloradad Lukovic "Legija", machen. "Wenn die Innenminister oder der Hohe Repräsentant wüßten, wo er steckt, würden sie das sicherlich nicht der Presse sagen", sagte Ashdown.

Zeitungen in Sarajewo und Belgrad hatten in den Wochen seit dem Mord an Djindjic immer wieder berichtet, dass Lukovic sich möglicherweise auf dem Gebiet der Republika Srpska aufhalten könnte. Ashdowns Pressesprecher Julian Braithwaite räumte ein, dass der Behörde des Hohen Repräsentanten Informationen vorliegen, wonach Lukovic mit einem bosnischen Pass ausgestattet worden sei. Es liege jedoch an den Behörden in Banja Luka, die Verantwortlichen für die Aushändigung der Papiere dingfest zu machen. (APA)

  • Paddy Ashdown, Leiter der internationalen Protektoratsbehörde in Bosnien-Herzegowina will die bosnischen Sicherheitsbehörden bei der Jagd nach mutmaßlichen Kriminellen unterstützen.
    foto: epa/sasa stankovic

    Paddy Ashdown, Leiter der internationalen Protektoratsbehörde in Bosnien-Herzegowina will die bosnischen Sicherheitsbehörden bei der Jagd nach mutmaßlichen Kriminellen unterstützen.

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