Cashcow namens Salzburger Festspiele

25. April 2003, 11:40
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Eine Studie belegt: Unter Mortier hat das Festival nichts an Attraktivität eingebüßt

Salzburg- Kulturausgaben der öffentlichen Hand nach ökonomischen Kriterien zu messen ist eine diffizile Angelegenheit. Der Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Salzburger Wirtschaftskammer (WK), Bernd Gaubinger, ging das Wagnis ein und hat auf Basis einer Befragung von rund 3200 auswärtigen Festspielbesuchern die wirtschaftlichen Effekte von Österreichs renommiertestem Musikfestival erhoben.

Cashcow Festspiele

Das Ergebnis ist eindeutig: Mit einem gesamtwirtschaftlichen Effekt von rund 168 Millionen Euro jährlich gehören die Festspiele zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im Land Salzburg. Diese Summe resultiert je zur Hälfte aus den von den Festspielen direkt ausgehenden Wirkungen im Bereich Übernachtung, Einkauf, Gastronomie und der in vorgelagerten Branchen erzielten "Umwegrentabilität".

Bei den direkten Effekten entfällt der Löwenanteil auf den Bereich Übernachtung und Verpflegung: 88 Prozent der Befragten gaben an, Salzburg nur oder hauptsächlich wegen der Festspiele zu besuchen. Somit könnte man große Teile der Ausgaben der Festspielbesucher als "echte zusätzliche Umsätze" darstellen, meint Gaubinger. Ein Ergebnis, dass man sonst nur von den Bayreuther Festspielen oder vom Guggenheim-Museum in Bilbao kenne. Salzburg kann so 283.000 zusätzliche Übernachtungen pro Jahr verbuchen - 84 Prozent davon in gewerblichen Betrieben.

222 Euro pro Tag

Dazu kommt, dass das Ausgabenniveau extrem hoch ist. Der Festspielgast gibt an jedem Tag durchschnittlich 222 Euro aus; der Kauf von Festspielkarten in der Höhe von 580 Euro pro Besucher nicht eingerechnet. 1997 gab der Festspielgast im Schnitt pro Tag "nur" 185 Euro aus.

Und die Festspielbesucher bleiben lange: Während der durchschnittliche Städtetourist 1,8, der Urlauber im Land Salzburg im Schnitt 4,6 Tage bleibt, kommt der Festspielbesucher auf eine Aufenthaltsdauer von über sieben Tagen. Alles in allem gibt der durchschnittliche Festspielgast also pro Saison 1590 Euro für Übernachtung, Verpflegung und Einkäufe aus.

Gut investierte Subventionen

Nach der WK-Expertise sind die Subventionen der öffentlichen Hand gut investiert. Den knapp 13 Millionen Euro an öffentlichen Geldern - das Gesamtbudget selbst beträgt 43,7 Millionen - stehen eine direkte Steuerleistung der Festspiele von sieben Millionen und Sozialversicherungsbeiträge von 4,2 Millionen gegenüber. Dazu kämen laut Gaubinger noch steuerliche Rückflusseffekte von Hotellerie, Gastronomie und Handel von 25 Millionen Euro.

Mit diesen Zahlen aufgerüstet will Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler von den Subventionsgebern in Zukunft wieder mehr herausholen. Die Kürzungen und die nicht erfolgte Inflationsanpassung haben dem Betrieb seit 1999 ein Minus von fast zwei Millionen Euro beschert, so der kaufmännische Direktor der Festspiele, Gerbert Schwaighofer.

Arbeitsmarkt profitiert

Positiv sind auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: WK-Experte Gaubinger schätzt, dass unter Einbeziehung indirekter Beschäftigungseffekte die Festspiele österreichweit über 2000 Arbeitsplätze schaffen. Direkt entstünden etwa eintausend Arbeitsplätze. Viele Unternehmen in der Stadt Salzburg könnten bestehende Ganzjahresarbeitsplätze ohne die Festspielumsätze nicht halten, ist Gaubinger überzeugt.

Im Detail stellt die Erhebung auch der Ära von Gerard Mortier ein positives Zeugnis aus. So sei verglichen mit 1997 der Anteil der Stammgäste von 66 auf 75 Prozent gestiegen. Im Schnitt hat der auswärtige Festspielgast das Festival 16-mal besucht. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Print-Ausgabe, 24.4.2003)

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    Jedermann oder das Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes. Veronika Ferres und Peter Simonischek sind gut drauf. Die Salzburger Wirtschaft angesichts der Einnahmen nicht minder.

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