Bosnien: "Kriminellen-Liste" soll Einreise von Verbrechern verhindern

23. April 2003, 16:11
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Verzeichnis mit 100 serbischen Namen liegt dem bosnischen Grenzdienst vor

Sarajewo/Belgrad - Der bosnische Grenzdienst hat ein Verzeichnis von etwa 100 Kriminellen aus Serbien erhalten, deren mögliche Einreise verhindert werden soll. Dies berichtete die bosnische Tageszeitung "Dnevni avaz" am Mittwoch. Laut dem Blatt soll es sich dabei um Personen handeln, die nach der Ermordung des serbischem Regierungschefs Zoran Djindjic in Untersuchungshaft genommen wurden. Die Kriminellen-Liste soll der Grenzdienst laut "Dnevni avaz" von in Sarajewo ansässigen internationalen Organisationen erhalten haben.

Die ersten Festnahmen von Kriminellen durch die serbische Polizei erfolgten bereits wenige Stunden nach der Ermordung von Djindjic am 12. März. Wenn gegen Personen, die sich in U-Haft befinden, nicht innerhalb von 60 Tagen Strafanzeige eingereicht wird, müssen sie freigelassen werden, was in manchen Fällen demnächst geschehen könnte. Nach der Ermordung von Djindjic sind laut den jüngsten Polizeiangaben in Serbien über 10.000 Personen festgenommen worden. Etwa 4.500 sind in Untersuchungshaft. (APA)

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