WTO: Gedämpfte Aussichten für 2003

24. April 2003, 11:22
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Irak-Krieg, SARS und Konjunkturflaute setzen Welthandel zu

Genf - Der weltweite Güterhandel dürfte im laufenden Jahr bestenfalls leicht wachsen. Sogar dies könnte durch die Auswirkungen des Krieges im Irak, die Ausbreitung der lebensgefährlichen Lungenkrankheit SARS und der schlechten Verfassung der Konjunktur gefährdet sein, wie dem Frühjahresbericht der Welthandelsorganisation WTO am Mittwoch zu entnehmen war.

"Beträchtliche Unsicherheit"

"Beträchtliche Unsicherheit überschatten die Aussichten für ein Wachstum des Handels im Jahr 2003," hieß es in dem Bericht. Erste Indikationen deuteten darauf hin, dass das weltweite Handelsvolumen um weniger als drei Prozent steigen dürfte, nachdem sich die Zunahme im vergangenen Jahr auf bescheidene 2,5 Prozent belaufen hatte. Aber auch dies hänge von einem Aufschwung der globalen Produktion und der Konsumentennachfrage ab April ab.

Im Jahr 2000 verzeichnete der Welthandel ein Rekordwachstum von zwölf Prozent. Mit einem Minus von einem Prozent registrierte der Welthandel 2001 dann erstmals seit rund 20 Jahren einen Rückgang. Treiber für die Verbesserung 2002 war die starke Nachfrage in den USA und den größeren asiatischen Volkswirtschaften.

China verdrängt Großbritannien

China, das der Welthandelsorganisation Ende 2001 beitrat, verdrängte Großbritannien vom fünften Platz der größten Handelsnationen. An der Spitze stehen die USA gefolgt von Deutschland, Japan und Frankreich.

Die Entscheidung der USA und Großbritanniens, den Irak gegen den Willen anderer wichtiger Länder anzugreifen, könnte gemäß dem vor der Invasion verfassten Bericht ernsthafte Auswirkungen auf die Handelspolitik haben. Die Erosion des Vertrauens in globale Institutionen könnte die Schaffung von geschlossenen Gruppen von Handelsstaaten und Protektionismus fördern, wie in dem Bericht angedeutet wurde. (APA/Reuters)

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