Görg will fliegend zu Grünen wechseln

23. April 2003, 16:56
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Wiener Ex-VP-Chef erwartet Platzen von Schwarz-Blau II und wettet, dass Haider bald wieder zurück an FP-Spitze drängen wird

Wien - Der frühere Wiener VP-Chef Bernhard Görg spricht sich für den Fall des Platzens der schwarz-blauen Regierung für einen fliegenden Wechsel zu den Grünen aus. "Das wird politisch teurer als noch im Jänner, trotzdem ist das zu präferieren", so Görg in der Info-Illustrierten "News".

Görg spricht der FPÖ hingegen die Regierungsfähigkeit ab. "Die FPÖ muss jetzt sehen, dass sie, wenn sie auch im Regierungsboot sitzt, das rettende Ufer nicht erreicht. Weil die FPÖ ihrer Natur nach keine Regierungspartei ist, auch vom Wähler nicht als solche gesehen wird."

Wetten, dass ...

Er rechnet auch damit, dass Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider zurück an die Parteispitze möchte. "Ich nehme Wetten an, dass Haider unter keinen Umständen mehr im April 2004 zum Kärntner Landeshauptmann kandidieren wird - er wird vorher versuchen, wieder Bundesparteichef der FPÖ zu werden. Die Pensionsreform-Debatte ist seine letzte Chance", so Görg.

Rückblick

Kurz vor der Neuauflage von Schwarz-Blau sah Görg die Chancen für die Koalition noch optimistischer. Gegenüber der "Presse" meinte er im Februar, er könnte sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der ÖVP gut vorstellen. "Die Sanierungsziele sind mit der FPÖ kompatibler als mit den anderen Parteien", begründete er diese Haltung. Er würde auch die Langlebigkeit von Schwarz-Blau höher einschätzen als im Jahr 2000: "Weil die FPÖ ein Nichts geworden ist, weil sie sich das Sprengen der Koalition nicht leisten kann."

"Wackelpudding-Theorie"

Anfang März meinte Görg dann gegeüber der ORF-Sendung "Report": "Die FPÖ hat derzeit die Festigkeit eines Wackelpuddings, allerdings auch die Sprengkraft eines Wackelpuddings. Sie hat keine Kraft mehr". Der "Selbsterhaltungstrieb" sei der stärkste Trieb überhaupt und die "Mandatare der FPÖ werden aus reinem Selbsterhaltungstrieb die Koalition nicht in die Luft sprengen": Außerdem, so Görg, "ist das in Wirklichkeit eine ÖVP-Alleinregierung von den Inhalten her. Die FPÖ wird einen gewissen Instabilitätsfaktor reinbringen. De facto ist das eine ÖVP-Alleinregierung. Ich wünsche der Regierung, dass sie hält, aber an der prinzipiellen Skepsis zur FPÖ hat sich nichts geändert". (APA/red)

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    Görg will Scharz-Grün statt Neuwahlen

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