Simbabwe: Streik legt Hauptstadt lahm

23. April 2003, 14:28
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Gewerkschafts-Dachverband hat angesichts der Verdreifachung der Benzinpreise zum Dreitage-Streik aufgerufen

Harare - Simbabwes Hauptstadt Harare ist am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb eines Monats durch einen Streik lahm gelegt worden. Der Protest richtete sich gegen eine Verdreifachung der Benzinpreise. Geschäfte und Banken in Harare waren geschlossen, Industriebetriebe verlassen. Aufgerufen zu dem dreitägigen Streik hatte der nationale Gewerkschafts-Dachverband ZCTU. Der Verband kritisiert, dass es Arbeitern angesichts der hohen Benzinpreise fast unmöglich sei, die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz aufzubringen - von Miete und Lebensmitteln ganz zu schweigen.

Wiederherstellung der demokratischen Ordnung als Ziel des Streiks

Im März hatte die oppositionelle Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) zu einem zweitägigen Streik aufgerufen, um den seit 23 Jahren herrschenden Präsidenten Robert Mugabe (79) zum Rücktritt und zur Wiederherstellung demokratischer Ordnung zu zwingen. Mugabe hat das Land an den Rand des Chaos geführt. Die Inflation liegt bei 228 Prozent, die Arbeitslosigkeit beträgt 65 Prozent, weite Teile der Bevölkerung hungern.

Stromausfälle und Benzinknappheit prägen den Alltag der Bevölkerung. Mugabe war im vergangenen Jahr bei manipulierten Wahlen im Amt bestätigt worden. Wegen Menschenrechtsverstößen und seiner Landenteignungen ist seine Regierung international geächtet. (APA/dpa)

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