UNHCR besorgt: Syrien schickt auch Kinder zurück über die Grenze

23. April 2003, 14:04
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Hochkommissariat für Flüchtlinge appelliert an die Nachbarländer

Genf - Das Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) hat seine Besorgnis über die Lage irakischer Flüchtlinge ausgedrückt und an die Nachbarstaaten appelliert, die Bestimmungen des internationalen Flüchtlingsrechts zu respektieren. Syrien hat nach Angaben der Vereinten Nationen offenbar Dutzende von irakischen Flüchtlingen aus einem Lager ausgewiesen und in ihre Heimat zurückgeschickt, darunter auch Kinder. Das UNHCR in Genf teilte mit, syrische Sicherheitskräfte seien am Montag in das Lager El Hol eingedrungen und hätten neun Erwachsene und 23 Kinder abgeführt. Sie seien vermutlich auf die irakische Seite der Grenze gebracht worden. Weitere zwölf Irakis seien am 13. April ausgewiesen worden.

Erklärung Syriens: "Sicherheitsgründe"

Beide Gruppen seien aus Tikrit gekommen, der Heimatstadt des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Als Begründung für die Ausweisung hätten die syrischen Behörden "Sicherheitsgründe" genannt. Das UNHCR erklärte, ihm sei die schwierige Lage Syriens bewusst, dennoch müsse Damaskus Asylsuchenden Zuflucht gewähren. Die USA setzen Syrien massiv unter Druck, um die Ausweisung von Funktionären des gestürzten irakischen Baath-Regimes zu erreichen.

Noch rund 800 Flüchtlinge aus dem Irak warten weiter auf die Möglichkeit, nach Jordanien einzureisen. Die Versorgungslage sei sehr schwierig, teilte das UNHCR mit. Die UNO-Organisation appellierte an Jordanien, die Menschen zumindest in die Flüchtlingslager auf der jordanischen Seite der Grenze zu lassen.(APA/AP/dpa)

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