"Erfolgs- und Alarmzustand" im Burgtheater

23. April 2003, 14:05
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17 Premieren und ein neues Autorenprojekt: Burgtheater-Saison 2003/04 ist projektiert, aber nicht finanziert

Wien - Im Wiener Burgtheater herrscht "Erfolgs- und Alarmzustand". Trotz Auslastungszahlen der laufenden Saison von 85 Prozent und Mehreinnahmen von 300.000 Euro hielt Direktor Klaus Bachler heute, Mittwoch, bei der Spielplankonferenz fest: "Das Programm der kommenden Saison ist projektiert. Es ist ausdrücklich nicht finanziert". Insgesamt gibt es 17 Premieren in Burgtheater, Akademietheater und Kasino, das für die kommende Spielzeit neu gestaltet wird. Neu ist das Autorenprojekt "Neues schreiben".

Auftakt mit Shakespeare und Handke-Uraufführung

Relativ früh beginnen die Premieren der kommenden Saison: Den Auftakt im Haupthaus macht am 7. September Shakespeares "Was ihr wollt" in der Regie von Andrea Breth, im Akademietheater gibt es zum Saisonauftakt als Festwochenkoproduktion die Uraufführung von Peter Handkes "Untertagblues" mit Gert Voss unter der Regie von Luc Bondy.

Heimo Zobernig Black Box

In die "Mischform aus Theater- und Herrschaftsarchitektur" des Kasinos am Schwarzenbergplatz stellt Heimo Zobernig eine flexible Black Box, die den Spielort "in die Nähe der Möglichkeit eines Repertoirebetriebs" bringen soll. Seine Einweihung erfährt die Box bei der Premiere von Neil LaButes "Tag der Gnade", die österreichische Erstaufführung inszeniert Friederike Heller. Es folgen eine Hommage an Werner Schwab zu dessen 10. Todestag, bei dem vier heimische Autoren (Kathrin Röggla, Franzobel, Bernhard Studlar, Robert Woelfl) je einen Einakter verfassen und diese von Stephan Rottkamp auf die Bühne gebracht werden. Das Rimini-Protokoll bringt im Jänner sein Projekt "deadline" zur österreichischen Erstaufführung, im Juni 2004 folgt eine Uraufführung von Rene Pollesch ("Ich bin froh, dass jeder Kuss mich daran erinnert, welche Scheiße ich hier lebe, welche Scheiße ich hier erlebe").

Projekt "Neues schreiben"

Beim Projekt "Neues schreiben" sollen "Autoren nicht nur mit ihren fertigen Texten abgeholt werden, sondern der Prozess des Schreibens ins Haus geholt werden", schilderte Burg-Dramaturg Andreas Beck. Innerhalb der vier Programme des Projekts sollen die jungen Autoren u. a. bei den "Werkstatttagen" (13. bis 26. 10.) in die "Theaterrealität eingeführt werden", Jugendliche zum Schreiben verführt werden und die Texte am Ende auch dem Publikum vorgestellt werden. Aus den 107 Bewerbungen wird eine Jury maximal zehn Autoren auswählen. (APA)

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    montage: derstandard.at
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