Frühdiagnose-Verfahren

23. April 2003, 13:13
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Bis zu achtzig Prozent der Prostatakarzinome werden in einem heilbaren Stadium erkannt - Auch Fortschritte bei Behandlung von Dickdarmkrebs

Neue Frühdiagnose-Verfahren (PSA-Bluttest) haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass bis zu achtzig Prozent der Prostatakarzinome in einem heilbaren Stadium erkannt werden. Neueste Behandlungsmethoden der Strahlenonkologen reduzieren die Nebenwirkungsraten der Therapie dramatisch.

Univ.-Doz. Dr. Robert Hawliczek, Vorstand des Instituts für Radioonkologie am Wiener Donauspital: "Bis 1985 wurden in der Strahlentherapie bei einem Prostatakarzinom noch 1.748 Milliliter Gewebe bestrahlt. Mit dem derzeitigen Standardverfahren der 3D-konformen Bestrahlung sind es nur noch durchschnittlich 436 Milliliter. Mit der modernsten Methode der Implantierung strahlender 'Seeds' in die Prostata ist das Volumen des bestrahlten Gewebes auf hundert Milliliter zurück gegangen. Wir können den Tumor praktisch selektiv bestrahlen." Dadurch gibt es wesentlich weniger Nebenwirkungen auf Potenz, Darm und Harnblase.

Dickdarmkrebs

Auch bei der Behandlung des Dickdarmkarzinoms gibt es Fortschritte. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Schiessel: "Bei fast 1.400 Patienten innerhalb von zehn Jahren hat kein einziger dauerhaft einen künstlichen Darmausgang benötigt." Schonendere Operationsmethoden bis hin zum Ersatz des Schließmuskels durch Verpflanzung eines Beinmuskels und Aktivierung durch einen elektrischen Schrittmacher machen das möglich.

In Österreich erkranken pro Jahr rund 5.000 Menschen an Dickdarmkrebs. Es ist die häufigste Krebsart. Am wichtigsten wäre aber die regelmäßige Vorsorge-Untersuchung mit der ersten Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 50. Lebensjahr. Es dauert nämlich zehn bis 15 Jahre, bis aus einem gutartigen Darm-Polypen ein ausgewachsenes Karzinom entsteht. Und so lange könnte man vorsorglich eingreifen. (APA)

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