Handke kritisiert Friedenspreis-Vorschlag

24. April 2003, 19:44
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Den Preis an Schröder und Fischer zu vergeben, versetzt den Schriftsteller in Rage

Wien - Kritik am Vorschlag des Verbands Deutscher Schriftsteller, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) zu verleihen, übt Peter Handke: "Wenn das stimmt, nenne ich mich ab jetzt nicht mehr Schriftsteller, sondern Vagabund oder Straßenkehrer", erklärte der österreichische Schriftsteller in einem Interview mit der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der Info-Illustrierten "News".

Mit diesem Vorschlag ist nach Ansicht Handkes das Wort Schriftsteller außer Gebrauch zu setzen. "Diese Leute, die den Krieg gegen Jugoslawien vor vier Jahren scheinheiligst losgebrochen haben, sagen vier Jahre später noch scheinheiliger: 'Von diesem Krieg sind wir nicht überzeugt.' " Für Handke ist dies "ein unsterblicher Spruch von dem Herrn Fischer". Wenn es stimme, dass man dafür vom deutschen Schriftstellerverband für den Friedenspreis vorgeschlagen werde, "dann höre ich auf. Mein Beruf wird dann Rentner oder Maikäfer oder irgendwas." (APA)

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    Peter Handke

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