Anomalien im Pazifik

23. April 2003, 14:04
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El Nino-Phänomen treibt nur am Rande noch sein Unwesen, regionale Ungereimtheiten im Wärmebild des Pazifik geben den Forschern stattdessen Rätsel auf

Genf - Das aktuelle El Nino-Phänomen - einen Temperaturbesonderheit im Pazifik, die sich auf das Klima praktisch des ganzen Planeten auswirkt - dürfte in den kommenden Monaten abebben. Dennoch gibt es Anzeichen für weitere Anomalien, die wenigstens regional Auswirkungen auf das Wetter haben konnten, meldet die in Genf ansässige Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in einer Aussendung.

Alljährlich um Weihnachten (spanisch: El Nino) kommt es zu einem Nachlassen der Passatwinde. Dadurch verliert der kalte, pazifische Humboldtstrom an Kraft, es gelangt auch kein kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche. Warmes Meereswasser aus dem offenen Pazifik gelangt so bis an die Küste Südamerikas. In unregelmäßigen Abständen ist dieses Phänomen besonders stark ausgeprägt, man spricht von El Nino-Jahren.

Kapriolen

In solchen Jahren schlägt das Wetter weltweit Kapriolen. In Australien und Asien fehlt der Nachschub von feuchter Pazifik-Luft, es kommt häufig zu Dürrekatastrophen. Im Gegenzug wird die amerikanische Küste durch die Klimaanomalie von Stürmen und heftigen Niederschläge heimgesucht.

In der aktuellen, voraussichtlich Mai bis Juni zu Ende gehenden El Nino-Phase waren die Temperaturen des Oberflächenwassers über den Zentral- und Ostäquatorialen Pazifik um rund ein Grad wärmer als normal, so die Experten der WMO. Die unübliche Erwärmung hatte ihren Höhepunkt im November und Dezember des vergangenen Jahres. Seither normalisiert sich die Sache wieder.

Regionale Ungereimtheiten

Dennoch bleiben laut WMO regionale Ungereimtheiten im Wärmebild des Pazifik. In einem Gebiet des zentraläquatorialen Pazifik bleiben die Temperaturen hoch, während es in einer westäquatorialen Region kühler als normal ist. Über die möglichen Auswirkungen der Anomalien auf das Klima können die Experten noch keine genauen Vorhersagen machen, Untersuchungen seien jedenfalls im Laufen. (APA)

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