Früher Erfolg für "Amour fou"

24. April 2003, 05:37
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Fünf österreichische Produktionen werden bei den 56. Filmfestspielen in Cannes vertreten sein

Wien - Einmal mehr wird der österreichische Regisseur Michael Haneke mit einem Werk im Hauptprogramm der Filmfestspiele in Cannes (heuer vom 14. bis 25. Mai) vertreten sein: Sein in einer nahen düsteren Zukunft angesiedelter Spielfilm Wolfszeit, eine österreichisch-französische Koproduktion (u.a. mit Isabelle Huppert und Patrice Chéreau) wird - außer Konkurrenz - im Palais du Festival seine Weltpremiere feiern.

Nicht minder erfreulich ist aus heimischer Sicht die Nachricht, dass die erst vor knapp eineinhalb Jahren gegründete Wiener Produktionsfirma Amour fou (geleitet von Gabriele Kranzelbinder und Alexander Dumreicher-Ivanceanu) gleich mit vier Arbeiten in Cannes vertreten sein wird: Fast Film von Virgil Vidrich (der im Vorjahr mit Copy Shop für einen Oscar nominiert war) wird im Kurzfilmwettbewerb gezeigt. In der Reihe Un Certain Regard läuft Struggle von Ruth Mader, in der Quinzaine des Réalisateurs Bady Mincks Am Anfang war der Blick. Und ebenfalls in der Quinzaine eine Koproduktion mit französischen Partnern: Alain Guiraudies Pas de repos pour les braves.

Abgesehen von derart sonnigen Aussichten für das heimische Kino verspricht Cannes heuer einige Highlights - auch wenn etwa Quentin Tarantinos Kill Bill für den Wettbewerb nicht rechtzeitig fertig wird. Angekündigt sind jedenfalls neue Arbeiten von Lars von Trier (Dogville mit Nicole Kidman), Clint Eastwood (Mystic River mit Sean Penn), Peter Greenaway oder André Techiné. Die junge iranische Filmemacherin Samira Makhmalbaf wird mit Five in the Afternoon den ersten nach dem Sturz der Taliban in Afghanistan gedrehten Spielfilm zeigen. Und damit auch das obligate Hollywood-Spektakel seinen Raum hat: Terminator 3 mit Arnold Schwarzenegger wird an der Croisette mit großem Aufwand (Roboter allerorten!) und einer MTV-Party präsentiert werden.

Präsident der Jury ist heuer Patrice Chéreau. Zu seinem "Team" zählen etwa US-Regisseur Steven Soderbergh, die Schauspielerin Meg Ryan oder der bosnische Filmemacher Denis Tanovic. (cp/DER STANDARD, Printausgabe, 24.4.2003)

  • v.l.n.r: Virgil Widrich, Bady Minck, Ruth Mader, Alain Guiraudie
    foto: jörg stadler/amour fou

    v.l.n.r: Virgil Widrich, Bady Minck, Ruth Mader, Alain Guiraudie

  • "Fast Film" von Virgil Vidrich
    foto: amour fou/virgil widrich/ fast film

    "Fast Film" von Virgil Vidrich

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