Baur: "Mir gefällt Rieder Philosophie"

29. April 2003, 11:18
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Defensiv-Routinier spielt nach erfolglosem Geastspiel bei Hamburger SV für zwei Saisonen im Innviertel

Hamburg - Der frühere ÖFB-Teamspieler Michael Baur kehrt mit Saisonende der großen Fußball-Welt in Hamburg den Rücken wird ab Sommer dem Ball wieder in einem familiären Umfeld nachjagen. Der 34-jährige ehemalige Tiroler Meisterkicker unterschrieb beim österreichischen Bundesligisten SV Ried einen Zweijahresvertrag, sieht sein Engagement im Innviertel aber nicht als sportlichen Abstieg. "Ich freue mich schon auf die Herausforderung", erklärte der Defensiv-Spezialist.

Mehrere Gründe sprachen für Rieder

Laut Baur, der Angebote von anderen österreichischen Vereinen ausschlug, hätten mehrere Gründe für die Rieder gesprochen. "Sie haben sich sehr um mich bemüht. Mit gefällt ihre Philosophie, auf den eigenen österreichischen Nachwuchs zu setzen, und ich hoffe, dass ich Einiges dazu beitragen kann, damit dieser Weg weiter Erfolg hat", meinte der Tiroler, der auch das neue Rieder Stadion als Motivation für seine Unterschrift angab.

Euphorie bei Coach Schweitzer

Euphorie löste die Neuverpflichtung bei Ried-Coach Gerhard Schweitzer aus. "Das ist eine unglaubliche Geschichte. Jetzt müssen wir rund um Baur eine ordentliche Mannschaft aufbauen."

Schwierige Zeit in Hamburg

Im Gegensatz zu Ried war der Tiroler an der Elbe nicht annähernd so freudig begrüßt worden. Lediglich zehn Mal kam der dreifache österreichische Meister beim Hamburger SV zum Einsatz, dennoch will er über die Zeit bei seinem baldigen Ex-Verein kein schlechtes Wort verlieren. "Als Österreicher hat man es in Deutschland eben nicht leicht. Es war sicher nicht nur meine Schuld, dass ich so selten gespielt habe. Aber das ist abgehakt, ich gebe bis zu meinem Vertragsende alles für den HSV", erklärte der Verteidiger.

ÖFB-Team kein Thema

An eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft, sollte er bei Ried wieder konstant gute Leistungen bringen, denkt der 40-fache Teamspieler aber noch nicht. "Das ist alles in weiter Ferne, diese Frage stellt sich im Moment nicht." Bei der 0:4-Schlappe in Tschechien hat Baur vor dem TV-Apparat mitgelitten. "So etwas tut weh, aber die Tschechen sind im Moment weit über uns zu stellen. In Österreich macht man das Team meistens entweder schlechter oder besser als es in Wirklichkeit ist. Damit sollten wir aufhören und hart weiterarbeiten, dann können wir vielleicht bald wieder einen Großen fordern."

"Mit dem Herz in Tirol"

Auch die Entwicklung des Tirol-Nachfolge-Klubs SPG Wattens/Wacker hat der frühere Tiroler Meister-Libero mit Interesse mitverfolgt. "Das ist zwar ein neuer Verein, aber das macht für mich keinen Unterschied. Mein Herz wird immer in Tirol sein, ich hoffe, dass der Klub bald aufsteigt." Um dies zu bewerkstelligen, müssen laut Baur in Tirol aber noch einige Hebel in Bewegung gesetzt werden. "Politiker und Sponsoren müssen Wattens/Wacker noch viel mehr unterstützen."(APA)

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SV Ried

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    Im Team machte Michi Baur meist gute Figur.

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