Frauen wollen Weiterbildung

23. April 2003, 12:29
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Umfrage der AK-Frauenredaktion: Beratung, finanzielle Unterstützung und Kinderbetreuungs- einrichtungen fehlen

Linz - Wie schätzen Sie ihre beruflichen Perspektiven ein? Wollen Sie sich beruflich verändern? Und brauchen Sie dabei Unterstützung? 1570 weibliche Angestellte im Alter zwischen 30 und 50 Jahren haben diese und andere Fragen der AK Oberösterreich zum Thema berufliche Weiterbildung beantwortet. Die AK-Frauenredaktion präsentiert die interessantesten Ergebnisse.

91 Prozent der befragten Frauen haben sich bereits beruflich weitergebildet, fast die Hälfte davon aus Eigeninitiative. Bei etwas mehr als einem Drittel ging die Initiative sowohl vom Betrieb als auch von den Frauen selbst aus. Bei 7 Prozent ging die Initiative ausschließlich vom Dienstgeber aus.

Rund 75 Prozent wollen sich auch in Zukunft beruflich weiter entwickeln, aber auch ihre Qualifikationen auf dem neuesten Stand halten. 55 Prozent sehen vor allem die innerbetriebliche Weiterbildung als einen wichtigen Motor für die berufliche Entwicklung. Die AK-Frauenredaktion schließt daraus, dass ein entsprechendes innerbetriebliches Weiterbildungsangebot erheblich zur Bindung der Beschäftigten an ein Unternehmen beitragen kann.

Ein Drittel der Frauen zeigt sich an einem Firmenwechsel stark bzw. mittel interessiert. Die Hauptgründe: der Wunsch nach einer interessanteren und qualifizierteren Tätigkeit und ein höheres Gehalt. Für die Frauenredaktion heißt das, dass viele Frauen ihre Tätigkeit als zu wenig herausfordernd und zudem unterbezahlt empfinden.

Die befragten Frauen wissen, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt ohne entsprechende Höherqualifikation schwinden bzw. noch schlechter werden, als sie ohnehin schon sind. Nur ein Drittel glaubt, bei Jobverlust wieder eine gleichwertige Beschäftigung zu finden. 50 Prozent halten dies für eventuell möglich, der Rest für praktisch unmöglich.

Bei der Verwirklichung ihrer Weiterbildungswünsche und pläne haben Frauen Schwierigkeiten wegen zu hoher Kurskosten, zu starker familiärer Belastung, wegen ungünstiger Kurszeiten und weil gar keine entsprechenden Kurse in erreichbarer Nähe angeboten werden. Neben dem alten Vereinbarkeitsproblem schlägt bei der Realisierung ihrer Weiterbildungs-Vorhaben offenbar auch die schlechte Einkommenssituation der Frauen zu Buche, interpretiert die AK Frauenredaktion.

Schlussfolgerungen

Die Mehrheit der Frauen will sich beruflich weiterbilden, braucht aber Unterstützung bei der Erarbeitung eines Ausbildungskonzeptes und bei der Klärung der Finanzierung. Die Qualifizierungsberatung in den Betrieben müssen ebenso intensiviert werden wie betriebliche Frauenförderpläne. Zur Finanzierung einer etwaigen beruflichen Umschulung wäre die Einführung eines Weiterbildungsstipendiums zielführend. (red)

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AK Frauenredaktion

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