Hypothese zur Ursache des Columbia-Absturzes konkretisiert

23. April 2003, 20:27
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Isolierschaum traf Dichtung an linker Tragfläche

Houston - Die mit der Aufklärung des Absturzes der US-Raumfähre "Columbia" beauftragten Ermittler glauben jetzt, die Ursache für das Unglück gefunden zu haben: Eine Dichtung an der linken Tragfläche wurde demnach während des Starts von einem Stück Isolierschaum getroffen und hat sich am nächsten Tag gelöst. Der Spalt war so groß, dass während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre heißes Gas in die Raumfähre eindringen konnte, was die "Columbia" schließlich im Flug zerriss.

Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Admiral a.D. Harold Gehman, erklärte, seit elf Wochen hätten die Ermittler nach einem bestimmten Unglücksverlauf gesucht. Jetzt sei es an der Zeit, zu erklären, wohin die Indizien deuteten. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse sollen der NASA-Führung noch in dieser Woche präsentiert werden. Der Abschlussbericht wird erst Mitte des Sommers erwartet.

Zahlreiche Schäden an ähnlichen Tanks

Ein Stück Isolierschaum von einem der Treibstofftanks war während des Starts der "Columbia" gegen die Tragfläche geprallt, wie auf Videoaufzeichnungen zu sehen war. Den Ermittlern zufolge wurden jetzt an ähnlichen Tanks bei Untersuchungen zahlreiche Schäden am Isolierschaum entdeckt. Radaraufzeichnungen zufolge trieb dann am zweiten Tag des Flugs der Raumfähre im All ein Stück einer Dichtung von der "Columbia" fort.

Es sei zwar immer noch zu früh, um zu sagen, wie das Unglück genau verlaufen sei, sagte ein anderes Mitglied der Kommission. Aber die Hinweise deuteten doch deutlich in eine Richtung.

Die Columbia war am 1. Februar beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre in einer Höhe von mehr als sechzig Kilometer auseinander gebrochen. Die sieben Astronauten an Bord starben. (APA/AP)

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