Oberösterreich: Tierfeind legt "Strychnin-Köder" aus

24. April 2003, 10:00
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Bereits mehrere tote Hunde in den Donauauen

Linz - Ein offensichtlicher Hundehasser treibt in Linz-Urfahr sein Unwesen: Im Bereich des so genannten Pleschingersees in den Donauauen werden seit Jahren immer wieder vergiftete Köder ausgelegt. Laut Auskunft der Tierärzte der Gegend sterben pro Jahr fünf bis sechs Hunde an Vergiftungen. Erst am vergangenen Osterwochenende verendeten zwei Hunde nach solchen Gift-Anschlägen, ein dritter konnte vom Tierarzt im letzten Moment gerettet werden.

Die Vorfälle nehmen immer im Frühling ihren Anfang und dauern bis in den Herbst hinein. In dem beliebten Naherholungsgebiet sind neben Joggern und Spaziergängern auch viele Hunde unterwegs, sie können dort frei laufen, ausgenommen die Wiesen rund um den Pleschingersee, die den Badenden vorbehalten sind. Die Tierärzte vermuten, dass es sich bei dem Täter entweder um einen verärgerten Badegast oder um einen Jogger handelt, der sich durch die Hunde gestört fühlt. "Auf jeden Fall ist es eine ganz gemeine Vorgangsweise, Giftköder auszulegen", sagt der Tierschutzverein.

Präpariertes Futter

In den meisten Fällen dürfte der Hundehasser weiches Fleisch oder Dosenfutter mit Gift - vermutlich Strychnin - präpariert und diesen für die Tiere lebensgefährlichen "Happen" ausgelegt haben. Frisst ein Hund diesen Köder, so treten binnen kürzester Zeit Krämpfe, Zuckungen der Gliedmaßen und eine Versteifung ein. "Schon eine kleine Dosis Strychnin kann den Hund töten", sagt beispielsweise der Tierarzt Ernest Kramberger-Kaplan aus Linz-Urfahr, der über Ostern Bereitschaftsdienst hatte und mit den drei Fällen von vergifteten Hunden vom Pleschingersee konfrontiert war.

Beißkorb schützt

Der Rat des Veterinärmediziners: "Hunde in diesem Bereich entweder an der Leine führen oder ihnen einen Beißkorb geben, damit sie nichts fressen können." Abgesehen von der Gefahr für die Hunde kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass kleine Kinder mit den Giftködern in Berührung kommen, warnen die Tierärzte.

Die zuständige Bezirkshauptmannschaft Urfahr-Umgebung kümmert sich inzwischen um die jüngsten Vergiftungsfälle. Alle Tierärzte werden darüber informiert und ersucht, bei Strychnin-Verdacht sofort die Behörden zu alarmieren. "Strychnin ist bezugsscheinpflichtig, auf diesem Weg werden wir versuchen, dem Täter das Handwerk zu legen", kündigt Bezirks-Amtstierarzt Rudolf Pangerl an. Wichtig sei auch die Mitarbeit der Bevölkerung, verdächtige Wahrnehmungen oder Vergiftungserscheinungen bei einem Hund sollten sofort dem nächsten Tierarzt oder einer Sicherheitsdienststelle gemeldet werden. (APA)

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