Ein Fest für Leser/innen

23. April 2003, 10:10
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Aktion "Adoptieren Sie einen Leser!", das "schnellste Buch der Welt" und Veranstaltungen am Welttag des Buches

Den Spaniern verdankt die internationale Lesergemeinschaft einen "Welttag des Buches": Auf deren Betreiben erklärte die UNESCO 1995 den 23. April künftig zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts". Die Verlagsbranche nutzt diesen Tag seither als Werbemöglichkeit. Auch heuer hat der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels eine Anthologie mit Texten heimischer GegenwartsautorInnen herausgegeben, das am Welttag von den Buchhändlern verschenkt wird. Daneben gibt es in ganz Österreich zahlreiche Lesungen und Veranstaltungen.

Geschenkbuch "Kleine Heimatkunde"

60.000 Exemplare des vom Salzburger Verleger Arno Kleibel zusammengestellten Geschenkbuches "Kleine Heimatkunde" werden am Welttag des Buches unter des Lesevolk gebracht. Anhand von 17 Texten von Christine Nöstlinger, Norbert C. Kaser, Karl-Markus Gauß, Reinhard P. Gruber, O. P. Zier und anderen wird zu einer Entdeckungsreise durch die Bundesländer geladen. Am Abend des 23. April (20 Uhr) lesen im Volkstheater Wien SchauspielerInnen des Hauses aus dem Buch.

Veranstaltungen

In allen Bundesländern gibt am und um den Welttag des Buches Lesungen und Veranstaltungen. In Wien gibt es etwa die Reihe "Relais der Schönen Literatur", deren Auftaktveranstaltung am 29. 4. im Rathaus stattfindet (20 Uhr). Die weiteren Lesungen gibt es dann in der Alten Schmiede, so spricht Max Droschl am 5. 5. (19 Uhr) über "25 Jahre Literaturverlag Droschl". Auch in der Wiener Buchhandlung Morawa wird der "Welttag des Buches" ausgiebig gefeiert. Prominente sprechen dort über ihr persönliches Lieblingsbuch.

"Adoptieren Sie einen Leser!"

Zum Welttag hat sich der Buchhandels-Hauptverband eine weitere Aktion einfallen lassen: Unter dem Titel "Adoptieren Sie einen Leser!" können sich passionierte LeserInnen auf http://www.WelttagDesBuches.at als "Adoptivkinder" anbieten. Wohltätige Spender können für einen Beitrag von 10 Euro (Patenschaft) bzw. 100 Euro (Adoption) die literarische Versorgung ihres "Adoptivkindes" sichern. Diese erhalten Bücherschecks, die "Adoptiveltern" erhalten ein Exemplar der "Kleinen Heimatkunde", eine Urkunde samt Foto des/der Adoptierten und einen Bericht über die gekauften und gelesenen Bücher ihres Adoptivkindes.

"Geschwindigkeitsschreiben"

Mehr als 40 Autoren haben heute, am Welttag des Buches, damit begonnen, zusammen das "schnellste Buch der Welt" zu schreiben. Es geht um das Thema "Geschwindigkeit", teilte die Stiftung Lesen in Mainz mit. Die Autoren erhielten nur gut zwei Stunden Zeit.

1.000 Exemplare sollen in Köln gedruckt, bis 17.00 Uhr gebunden und anschließend nach Berlin, Köln, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf und Wiesbaden geliefert werden. Dort soll das "schnellste Buch der Welt" mit knapp hundert Seiten Mittwochabend zu kaufen sein.

Welttag des Buches

Seinen Ursprung hat der Feiertag für das Buch in einer katalanischen Tradition, wonach sich die Menschen zum Namenstag des Volksheiligen Sant Jordi Rosen schenken. Seit den zwanziger Jahren werden auf Initiative der Büchergilde von Barcelona auch Bücher verschenkt. Der 23. April ist besonders in Barcelona, der Hauptstadt Kataloniens, ein Kulturereignis mit Volksfestcharakter, bei dem Verkaufsstände auf den Straßen aufgebaut sowie Lese- und Bücherfeste organisiert werden. Darüber hinaus ist der 23. April auch der Todestag von Miguel de Cervantes, der 1616 in Madrid starb, am selben Tag wie William Shakespeare in Stratford-upon-Avon. Auch der spanische Renaissancedichter Inca Garcilaso de la Vega starb an diesem Tag. (APA)

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