Schiitischer Oppositionsführer auf Weg nach Kerbala verschwunden

22. April 2003, 22:36
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Zusammen mit 60 Anhängern von Unbekannten angehalten und seitdem verschollen

Doha - Ein Oppositionsführer der irakischen Schiiten ist auf dem Weg zu den religiösen Feierlichkeiten in Kerbala möglicherweise entführt worden. Ayatollah Mohammed Taki el Madrassi sei zusammen mit 60 seiner Anhänger von Unbekannten angehalten worden und seitdem verschollen, sagte der Generalsekretär der Irakischen Islamischen Nationalfront, Ashar el Chafaji, am Dienstag dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera.

Madrassi sei nach 32 Jahren im Exil von Iran aus in seine Heimat zurückgekehrt. Unklar sei, wer die mutmaßlichen Entführer des Oppositionsführers seien. Sein Bus-Konvoi sei in einem von den Kurdenparteien DPK und PUK kontrollierten Gebiet verschwunden. Augenzeugen wollten den Bus in Begleitung US-geführter Truppen gesehen haben.

Hunderttausende Schiiten, die in Irak die Bevölkerungsmehrheit stellen, sind derzeit in Kerbala zu einer Pilgerfahrt zur Erinnerung an ihren Märtyrer Hussein zusammengekommen. Unter dem gestürzten Machthaber Saddam Hussein konnten die Anhänger der Schia ihre Riten nicht frei ausüben.(APA)

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