"Blitzkrieg" mit vielen Dollarmillionen

23. April 2003, 11:37
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Bushs Wahlkampf- Strategen sind schon voll an der Arbeit - Intensiv- Kampagne aber erst kurz vor 11. September - mit Kommentar

Die Berater des US-Präsidenten sind bereits eifrig an der Arbeit, die Strategie für den Wahlkampf des nächsten Jahres auszuarbeiten - man will um jeden Preis vermeiden, dass George W. Bush in das Fahrwasser seines Vaters gerät, der seine Wiederwahl im Jahr 1992 trotz seines Sieges im Golfkrieg wegen seiner misslungenen Wirtschaftspolitik verspielt hatte.

Bush-Berater Karl Rove plant laut New York Times, die intensive Kampagne um die Wiederwahl erst zwei Monate vor den tatsächlichen Wahlen im November 2004 zu beginnen: Die republikanische "Convention" beginnt bemerkenswert spät, nämlich erst gegen Ende August - man beabsichtigt, den Parteitag, der dieses Mal in New York City stattfinden soll, nahtlos in den dritten Jahrestag der Anschläge des 11. September 2001 übergehen zu lassen, was Bush die Gelegenheit geben würde, sich als starken Krieger gegen den Terrorismus zu präsentieren.

Kein Geldmangel

An Geld wird es dabei wohl nicht mangeln: Vor einigen Tagen verlautete aus dem Weißen Haus, man sei in der Lage, etwa das Doppelte der bei den letzten Wahlen ausgegebenen 100 Millionen Dollar einzusammeln - ob 200 Millionen im Wahlkampf überhaupt ausgegeben werden müssen, sei allerdings bisher noch unklar.

Bis zu dem avisierten Wahlkampf-"Blitzkrieg" im Herbst 2004 gibt es jedoch noch eine Reihe von Hürden zu überwinden: So wird erwartet, dass die Demokraten den Clinton-Slogan "It's the economy, stupid" - Auf die Wirtschaft kommt's an - aufgreifen werden: Seit Bushs Amtsantritt haben mehr als zwei Millionen Amerikaner ihren Job verloren, das Budgetdefizit droht aus dem Ruder zu laufen und der Dow Jones-Index ist seit Anfang 2001 um nahezu ein Viertel gefallen.

Unter den neun Demokraten, die sich um die Nominierung bemühen, konnte sich bisher noch keiner als klarer Spitzenkandidat profilieren. Senator John Kerry geriet vor kurzem ins Kreuzfeuer der Kritik, als er auch im Weißen Haus einen "Regimewechsel" forderte und sich heftige Attacken von Bush-Mitarbeitern gefallen lassen musste. Einer von den Bush-Leuten versuchte sogar, sich den gegenwärtig verbreiteten Abscheu gegen die Franzosen zu Nutzen zu machen, indem er erklärte: "Kerry sieht französisch aus." (DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2003)

Susi Schneider aus New York

Kommentar:

Notstandskaiser George W.
Von Christoph Winder

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    George W. Bush marschiert in den Wahlkampf

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