Der vorerst letzte Akt der Posse

22. April 2003, 20:04
posten

Viennabike: Dringliche FP-Anfrage an Schicker im Rathaus

Wien - Am Anfang war politisches Eigenlob in Rot und Grün. Es folgten unterhaltsame Versuche über den Glauben an das Gute im Menschen: Die Wiener bewiesen, dass sie mit der Idee eines gratis und frei benutzbaren Fahrrades überfordert sind.

Dann kam Herbst. Und das Aus in der Echtwelt. Aber in der Politik geht das Gezänk um die Viennabikes weiter. Aktueller Stand: Die FPÖ stellt heute, Mittwoch, im Gemeinderat einer dringlichen Anfrage an Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP).

Schließlich habe Viennabike unter großem Getöse im vergangenen Frühjahr den Betrieb aufgenommen, dann aufgrund enormer Diebstähle einen "Zweitstart" versucht - und sei dennoch heuer in Konkurs gegangen.

Offene Fragen

Neben einer Vielzahl - nun versteigerter - eher Liebhaber-denn Nutzwert habender Drahtesel und etlichen Parkplätze blockierender Bügeln stünden, meint FP-Gemeinderat Herbert Madejksi (der im übrigen selbst eines der blauen Räder ersteigerte), auch noch offene Fragen im Raum.

Etwa die, wer die Fahrradständer genehmigt, aufgestellt und bezahlt hat. Oder die nun abbauen werde. Oder wieso die Stadt mit einem "Verein Viennabike" ihren Vertrag errichtete, obwohl die Vereinsköpfe einschlägige Sport- und Werbefirmen betreiben.

In Summe also Fragen, die nach der politischen Verantwortung für das Debakel suchen - und die vom einstigen Viennabike-Propheten Schicker daher wohl eher in einer für Politiker ungewohnt einsilbigen Form beantwortet werden werden. Und das, obwohl Madejski die wahren Schuldigen ohnehin anderswo ortet: "Der Schicker ist von den Grünen da hinein theatert worden." (rott/DER STANDARD, Printausgabe, 23.4.2003)

Share if you care.