Landwirtschaftsminister "eröffnete" Spargel-Saison

22. April 2003, 18:42
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Knapp 2.200 Tonnen pro Jahr werden bundesweit geerntet - Anbauflächen wachsen stetig

Großenzersdorf - Der Spargel hat wieder Saison. Auch Landwirtschaftsminister Josef Pröll hat dem schmackhaften und gesunden Nahrungsmittel heutam Dienstag seine Ehre erwiesen. Beim Spargelstechen in Großenzersdorf (Bezirk Gänserndorf) betonte Pröll, dass sich das längliche Gemüse in den vergangenen Jahren "vom Exoten zum Paradeprodukt" gemausert habe.

Vor allem für das Marchfeld - dem größten geschlossenen Anbaugebiet Österreichs - sei die steigende Nachfrage eine "große Chance", so Pröll: "Ich bin über diese Entwicklung wirklich sehr froh. Nahrungsmittel soll schließlich auch Genussmittel sein." Von den bundesweit knapp 2.200 Tonnen Spargel stammen rund 1.600 Tonnen aus dem Flachland östlich von Wien. Die Anbauflächen sind in den vergangenen dreizehn Jahren kontinuierlich gestiegen: Waren es 1990 noch 30 Hektar, so sind es 2003 bereits 270 Hektar.

Aus Spitzengastronomie nicht wegzudenken

Neben dem Landwirtschaftsminister rückte auch Christian Petz den Spargelstangen zu Leibe. Der "Koch des Jahres 2002" entdeckte seine Liebe zum Kulinarischen im elterlichen Gasthof "Strudengau" im oberösterreichischen Grein, wo er schon als Kind gerne mitgeholfen hat. Der 39-Jährige ging unter anderem bei Kochlegende Eckart Witzigmann in die Lehre und kreiert derzeit Gaumenfreuden im Gourmettempel "Meinl am Graben".

Ähnlich wie Petz ist auch Spargel aus der Spitzengastronomie nicht mehr wegzudenken. Er zählt zu den aufwendigsten landwirtschaftlichen Spezialkulturen: Für einen Hektar Neuanlage müssen rund 15.000 Euro Investitionskosten einkalkuliert werden, hieß es in einer Aussendung des Landwirtschaftsministeriums. Jungpflanzen werden zumeist aus Deutschland und den Niederlanden bezogen, woher auch die bedeutendsten Züchter stammen.

Erntehelfer

Der Spargel kann ab dem dritten oder vierten Standjahr geerntet werden - und liefert im Durchschnitt zwischen sechs und zehn Jahren Ertrag. Die Erntekosten betragen etwa dreißig bis vierzig Prozent der Produktionskosten; die Erntearbeiten werden im Marchfeld ausschließlich mit Erntehelfern oder "Saisonier's" aus der Slowakei oder Polen bewältigt. Ein Betrieb mit siebzig Hektar Anbaufläche beschäftigt in der Erntesaison zweihundert Arbeitskräfte.

Während einst bis zu drei Mal täglich die frischen Spargelstangen gestochen werden mussten, kann heute durch den Einsatz von speziellen Abdeckfolien die Ernte auf einen Durchgang pro Tag beschränkt werden. Die Abdeckung verhindert nicht nur, dass die Spargelköpfe grün werden, sondern "klimatisiert" die Erddämme durch weiße und schwarze Beschichtung. (APA)

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