Extremes Fremdgehen als Härtegrund

22. April 2003, 19:20
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Deutschland: Scheidung nach nur viertägiger Ehe

Sondershausen - Nach nur vier Tagen Ehe hat das Amtsgericht Sondershausen zwei 21-Jährige aus Thüringen wieder geschieden. Extremes Fremdgehen sei ein Härtegrund, begründete Gerichtssprecher Christian Kropp die Ausnahmeentscheidung des Familiengerichtes. Die Frau war vier Tage nach dem Ja-Wort im Dezember 2002 wieder ausgezogen, weil sie einen neuen Freund hatte.

Ausnahme

Normalerweise müsse die Scheidung von beiden PartnerInnen gewollt sein und es muss ein Trennungsjahr vorliegen. Es sei aber möglich eine Härtefallentscheidung zu treffen, zum Beispiel bei Gewalttätigkeiten oder Alkoholmissbrauch. Seine Entscheidung stützte das Gericht jetzt auf ein Urteil des Oberlandesrichter in Hamm, die 1978 einen schweren Ehebruch als Indiz für eine zerrüttete Ehe bewertet hatten.

Das Paar kannte sich bis zur Hochzeit sechs Monate. Möglicherweise folgt demnächst noch ein Verfahren zur Klärung der Vaterschaft. Die jetzt geschiedene Ehefrau war zwischenzeitlich Mutter geworden. (APA/dpa)

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