Ärzte ohne Grenzen: Kein großes medizinisches Hilfsprogramm nötig

23. April 2003, 19:23
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Bagdads Krankenhäuser leiden jedoch unter "Machtvakuum" - Normalbetrieb unmöglich

sehen irakisches Gesundheitswesen nicht in Krise

Brüssel - Das irakische Gesundheitswesen steckt nach Einschätzung der Mediziner-Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) trotz Engpässen nicht in der Krise. Irak habe derzeit nicht mit einer großen medizinischen Krise zu kämpfen, sagte der Präsident der Médecins Sans Frontières (MSF), Morten Rostrup, am Mittwoch vor Journalisten in Brüssel. Es gebe keine Gründe, "die ein großes medizinisches Hilfsprogramm in Irak rechtfertigen würden."

Der MSF-Chef sprach sich auch dagegen aus, verwundete irakische Kinder zur Behandlung nach Europa auszufliegen. "Die irakischen Ärzte sind gut ausgebildet und in der Lage, mit den meisten Fällen zurechtzukommen." Gleichzeitig räumte Rostrup ein, dass die Krankenhäuser in Bagdad unter dem "Machtvakuum" nach Ende des Krieges litten.

Das Problem sei dabei weniger die Sicherheit in den Einrichtungen, sondern Mängel in der Verwaltung. So herrsche in der irakischen Hauptstadt Sorge darüber, dass seit dem Einmarsch der US-Truppen noch kein großes Krankenhaus den Normalbetrieb wieder aufgenommen habe. Rostrup hatte sich trotz des Krieges mehrere Wochen in Bagdad aufgehalten. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Stromausfall in einem Bagdader Spital

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