EU-Beobachter sprechen von massivem Wahlbetrug

23. April 2003, 13:57
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Ergebnisse in sechs Staaten "unglaubwürdig"

Abuja - Die Präsidentschaftswahl in Nigeria ist nach Angaben von Beobachtern der Europäischen Union durch Wahlbetrug und zahlreiche Unregelmäßigkeiten massiv manipuliert worden. In einigen Regionen seien noch nicht einmal die Mindeststandards für demokratische Wahlen eingehalten worden, erklärten die EU-Beobachter am Dienstag in Abuja. Dabei erwähnten sie vor allem sechs Bundesstaaten, in denen die Partei von Präsident Olusegun Obasanjo den Sieg davontrug. Das Ergebnis in diesen Staaten sei unglaubwürdig, hieß es in der Erklärung. Die zuständigen Behörden müssten einschreiten.

"Beträchtliche Unregelmäßigkeiten"

Auch US-Beobachter berichteten von "beträchtlichen" Unregelmäßigkeiten sowie von "offensichtlichem und vorsätzlichem Wahlbetrug" bei der Stimmabgabe im ersten Wahlgang am Samstag. Obasanjo lag nach Auszählung der Stimmen in 96 Prozent der Wahlbezirke nach offiziellen Angaben bei rund 61 Prozent, sein wichtigster Herausforderer Muhammadu Buhari lag mit 32,7 Prozent weit zurück. Auch Buhari warf Obasanjo Wahlbetrug vor und kündigte an, er werde das Ergebnis des Urnengangs anfechten. (APA)

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