E-Business im deutschen Mittelstand fest verankert

22. April 2003, 15:35
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Studie: 84 Prozent sind innerhalb von 24 Monaten profitabel

Das Internet respektive E-Business ist für den deutschen Mittelstand mittlerweile eine feste Größe geworden. 84 Prozent der Unternehmen sind zumindest mit einer eigenen Homepage im Internet präsent, vor zwei Jahren waren es nur 70 Prozent. Auch die Zahl der Mittelständler, die echte Geschäfte über das Netz abwickeln, nimmt weiter zu: 40 Prozent (2002: 35 Prozent) der im Internet aktiven Firmen handeln online, tauschen digital Daten mit Geschäftspartnern aus oder steuern ganze Geschäftsabläufe über das Netz. Das belegt eine vom Marktforscher TechConsult im Auftrag von IBM Deutschland und dem Kölner Unternehmermagazin "impulse" durchgeführte Studie, deren Ergebnisse am Dienstag vorgestellt wurden.

Nur noch jedes 50. Unternehmen leistet sich den Luxus, komplett offline zu sein. Somit haben die Betriebe die Aktivitäten rund um das Netz fest in die Unternehmensstrategie und Geschäftsprozesse integriert. Die Implementierung von E-Business-Aktivitäten scheint sich auch immer schneller zu rechnen. Bei der Befragung von 1.008 mittelständischen Firmenchefs mit bis zu 1.000 Mitarbeitern erwarten 84 Prozent der Unternehmen, dass sich ihre Web-Aktivitäten innerhalb von 24 Monaten rechnen. Lediglich die Zahl derjenigen, die mit einer Profitabilität des E-Business-Einsatzes schon im Laufe eines Jahres kalkulieren, hat sich von 48 Prozent im Jahr 2002 auf nun 39 Prozent verringert. Nur 13 Prozent der Befragten sagen, ihr Web-Engagement werde "bis auf weiteres" nicht profitabel arbeiten. Dies zeuge "von einem gesunden Optimismus und einer realistischen Einschätzung der Marktchancen", so impulse-Chefredakteur Thomas Voigt.

Als Motive für die Einführung von E-Business-Anwendungen stehen die Nutzung neuer Chancen (79 Prozent), die Kundenorientierung (54 Prozent) und der Wettbewerbsdruck (52 Prozent) klar im Vordergrund. 52 Prozent der Befragten registrieren eine Stabilisierung des Umsatzes (2002: 46 Prozent), knapp jede dritte Firma verzeichnet sogar eine Umsatzsteigerung. Neben den Umsatzeffekten erzielen mittelständische Unternehmer dank des Internets auch eindeutige Kostenvorteile. Rund vier von zehn Firmen (39 Prozent) bieten so ihren Kunden kürzere Lieferzeiten, 36 Prozent erreichen eine kostengünstigere Zahlungsabwicklung und 29 Prozent reduzieren ihre Vertriebskosten.

Auf die Frage, wozu das Internet im Betrieb hauptsächlich genutzt wird, nennen Firmenchefs E-Mail (98 Prozent), Darstellung der Firma (94 Prozent) und Informationsrecherche (79 Prozent) naturgemäß an vorderster Stelle. Allerdings holen professionelle Anwendungen wie beispielsweise die Online-Beschaffung kräftig auf: 44 Prozent (2002: 38 Prozent) der im Internet aktiven Firmen kaufen Waren und Dienstleistungen via Web. Die Internet-Verweigerer führen für ihr Nicht-Engagement hauptsächlich Kostenargumente an. Allerdings meinen noch immer 53 Prozent, E-Business passe nicht zum Unternehmen. (pte)

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