Gründe des Verschwindens nach wie vor nicht bekannt

22. April 2003, 14:52
4 Postings

Weiter Warten auf Nachrichten

"Wir alle müssen weiterhin auf die gute Nachricht warten." Das sagte Thomas Buchsbaum, Leiter der Sondermission des österreichischen Außenministeriums in Algerien, am Dienstag zum jüngsten Stand der Suche nach den im Südosten des nordafrikanischen Staates verschwundenen 31 Touristen, unter denen sich zehn Österreicher befinden. Es gebe nach wie vor wenige gesicherte Informationen über den Verbleib der Reisenden, die zum Teil schon seit zwei Monaten vermisst werden.

Das letzte Lebenszeichen datiert vom 8. April und besteht aus einer Nachricht, die auf dem Weg in die Wüste deponiert worden war. Die österreichischen Behörden gehen davon aus, dass die Touristen weiterhin am Leben sind. Der Informationsstand reicht nach den Worten Buchsbaums aber nicht aus, um einen der möglichen Gründe des Verschwindens der Wüstenreisenden - zum Beispiel ein Unglück, kriminelle Übergriffe oder politisch motivierte Entführungen - zu verifizieren oder zumindest auszuschließen. Neben den acht Salzburgern und zwei Tirolern werden Urlauber aus Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Schweden gesucht. Die Botschaften der jeweiligen Länder in Algier stehen in regelmäßigem Kontakt miteinander.

Keine positiven Nachrichten

Die algerischen Behörden haben das Gebiet, in dem sich die Touristen aufhielten - es ist nach Medienberichten des Landes so groß wie Frankreich - so intensiv wie möglich durchsucht. Meldungen algerischer Zeitungen, wonach die Verschwundenen möglicherweise außer Landes sind, bezeichnet Buchsbaum weiterhin als Spekulation. Dagegen sprechen die großen Entfernungen und die mühsamen Fortbewegungungsmöglichkeiten. Auch liegen aus den genannten Staaten - darunter Niger und Mali - nach Angaben des Leiters der Sondermission keine positiven Nachrichten vor. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass Landesgrenzen in dem riesigen, dünn besiedelten Wüstengebiet eine relativ geringe praktische Bedeutung haben und selbst bei der lokalen Bevölkerung das Bewusstsein darüber wenig ausgeprägt ist.

Keine Forderungen

Gegen politisch motivierte Entführungen spricht, dass bisher keine Forderungen öffentlich bekannt wurden. Solche Entführer suchen aber die Öffentlichkeit, um ihre Anliegen publik zu machen. Gegen eine Tat mit rein kriminellem Hintergrund spricht, dass der so genannte Wüstenbanditismus sich bisher nie gegen Leib und Leben richtete. Die Täter trachten üblicherweise danach, Wertgegenstände und auch Fahrzeuge zu erbeuten, wobei sie ihren Opfern traditionellerweise zumindest ein Auto lassen, um diesen die Weiterreise zu ermöglichen.

"Dreieck des Feuers"

Die algerische Tageszeitung "L'Expression" wies am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe darauf hin, dass die Region Tamanrasset-Illizi-Ouargla, in der die Touristen verschwanden, als "Dreieck des Feuers" bekannt sei und man nur wenige Meter von der Piste abzuweichen brauche, um sich in der riesigen Wüste zu verirren. Die Hitze könnte besonders für Europäer zu einer tödlichen Falle werden. (APA)

Share if you care.