AMD findet Anschluss an die lange überlegenen Intel-Prozessoren

22. April 2003, 13:07
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Der Opteron von AMD im Test

Mit dem Opteron debütiert der erste AMD64-Prozessor. Selbst unter 32-Bit-Betriebssystemen sei es die schnellste Architektur – so lautete AMDs hehres Versprechen. tecchannel hat in einem aktuellen Test untersucht, ob der neue Prozessor trotz erheblicher Verspätung den Vorschusslorbeeren gerecht wird.

Linux von SuSE

Den Einsatz des Opteron im Serverbetrieb testete das Online-magazin mit dem SuSE Linux Enterprise Server für x86 (32 Bit) und für AMD64 (64 Bit). Als Vergleichssystem standen ein IBM xSeries 225 und ein Dell PowerEdge 4600 bereit – beides Dual-Xeon-Server. Als Benchmarks dienten unter anderem die Multiuser-Testsuite AIM VII von SCO und der aus der Toolbox der Samba-Entwickler stammende Filesystem-Test dbench.

Vollauf gewachsen

In den Vergleichsmessungen zeigte sich der 1,8-GHz-Opteron sowohl im 32- als auch im 64-Bit-Modus den wesentlich höher getakteten Xeon-CPUs vollauf gewachsen. Bei Benchmarks mit arithmetischem Hintergrund lieferte er stets mindestens gleichwertige, oft sogar bessere Ergebnisse. Bei Erzeugung und Handling hoher Prozesslasten – der eigentlichen Domäne von Servern – konnte der Opteron-Server die Xeon-Systeme sogar deutlich überflügeln.

Anschluss an die lange überlegenen Intel-Prozessoren

Im Workstation-Einsatz unter Windows beschleunigen die Erweiterungen wie integrierter Speicher-Controller, 1 MByte L2-Cache und verbesserte Prefetch-Logik den Opteron 244 um etwa 25 Prozent im Vergleich zu einem gleich getakteten Athlon XP 2500+. Unter Windows 32 Bit findet der Opteron daher wieder Anschluss an die lange überlegenen Intel-Prozessoren – mehr aber auch nicht. Dieses Kunststück schafft der Opteron immerhin mit nur 1,8 GHz, während der Xeon bereits mit 3,06 GHz Taktfrequenz arbeitet. Den Desktop-Prozessor Pentium 4 3,00 GHz mit FSB800 und schnellem DualDDR400-Speicher muss der Opteron allerdings ziehen lassen.

Pro Takt mehr Befehle zu berechnen

Das erklärte Designziel der AMD64-Architektur – pro Takt mehr Befehle zu berechnen – ist AMD mit dem Opteron gelungen. Grund zum Jubeln ist das für AMD aber nicht, denn ein weiteres Ziel war eine höhere Taktfrequenz. Daran ist AMD bislang allerdings gescheitert. Zwar würde die Architektur höhere Frequenzen vertragen, das neue Transistordesign aber noch nicht. Durch weitaus höhere Taktfrequenzen kann Intel daher die architektonischen Vorteile des Opteron in vielen Bereichen wieder wettmachen, urteilt tecchannel.

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