Die Sendung mit dem Mops

23. April 2003, 19:03
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Premiere am Donnerstag mit "Verweigerung" statt "Recht auf Rausch" - Maskottchen-Mops mit von der Partie

Möpsin Eliza hatte nur einen Schönheitsfehler. Aber einen entscheidenden: Sie schnarchte zu laut. Das kommt bei einem jugendlicheren Kulturformat aus dem Project Space der Kunsthalle am Karlsplatz nicht so gut als Hintergrundgeräusch.

Deshalb muss jetzt ein junger männlicher Mops ran bei "karls.platz", das Donnerstag um 23.10 Uhr erstmals auf Sendung geht. Der gewinnt im normalen Hundeleben einen Schönheitswettbewerb nach dem anderen, schnarcht nicht und gibt in "karls.platz" sozusagen den Mops ohne Namen, bevor danach die "Sendung ohne Namen" on air geht.

Eine knappe halbe Stunde spricht Clarissa Stadler mit jeweils drei Gästen über ein Thema. Der namenlose Mops streut Sprechblasen ein. Und ist ansonsten vor allem da, weil zur tunlichst entspannten Lounge- oder auch Wohnzimmeratmosphäre ein Kleintier hervorragend passt. "Die Konsorten" steuern zu den leisen optischen "Barbarella"-Anklängen die Agententhrillersignation bei.

"Rausch" auf Halde

Diesen Donnerstag lauscht der Mops zum Thema "Verweigerung". Das ursprünglich vorgesehene "Recht auf Rausch" wurde laut ORF-Pressestelle für den Sendungsauftakt als "thematisch nicht geeignet" erachtet. Die Gäste der ersten Sendung sind also Richard Dorfmeister vom DJ-Duo "Kruder und Dorfmeister", die Künstlerin Mariana Brausewetter und der Fotograf Mark Glassner. Der vorläufig unerwünschte "Rausch"-Beitrag liegt vorerst auf Halde, werde aber zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht, hieß es auf STANDARD-Anfrage.

Die "nächste Generation" sehen

Die "nächste Generation" von Künstlern im Fernsehen sehen - das wollten Stadler, Nicola Eller und Michael Meister, die "karls.platz" erfunden haben. Nicht alleine Talk mit Mops ist zu erwarten: Neben dem "sexy Filet", einer Kurzzuspielung am Schluss, sollen junge Filmemacher aus Städten wie London, Berlin, Amsterdam, New York und Posen jeweils einen Beitrag zum Thema liefern. Bei "Verweigerung" etwa kam der von einem Vortrag Michael Moores ("Bowling for Columbine", "Stupid White Men") an der Rochester University; bei der "Recht auf Rausch"-Sendung wäre mit einer Zuspielung aus Coffeeshops in Amsterdam zu rechnen gewesen.

Zu welchem Thema würde Clarissa Stadler Clarissa Stadler auf das braune Designsofa aus den Sechzigerjahren einladen? "Rassehunde im Fernsehen". Solange sie nicht zu laut schnarchen. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe vom 23.4.2003/red)

  • Clarissa Stadler mit Mops Adi
    foto: ofr/ali schafler

    Clarissa Stadler mit Mops Adi

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